Du findest hier bei Flowfeather immer wieder auch Verweise auf die polynesische bzw. hawaiianische Huna Lehre – ganz einfach deshalb, weil die Huna-Lehre viele gute Anregungen und Ideen für ein bewusstes und erfülltes Leben liefern kann.

Deshalb habe ich mir gedacht, dass es eine gute Idee ist, einmal einen Artikel nur über die Huna-Philosophie zu schreiben, damit du weißt, was sich dahinter eigentlich verbirgt.

Angesichts der vielen komplexen Umbrüche in unserer heutigen Zeit, sehnen sich viele Menschen nach Erklärungsansätzen, die helfen können, die vielen Umbrüche in unserer heutigen Welt besser zu verstehen. Auch dabei liefert die Huna-Philosophie wertvolle Impulse.

Im ersten Teil des Artikels erfährst du, was Huna ist bzw. auch, was es nicht ist. Dann stelle ich dir die sieben Prinzipien der Huna-Philosophie vor – eine Art Richtschnur dafür, wie Huna die Welt betrachtet. Im letzten Teil schauen wir uns dann an einem konkreten Beispiel an, was die 7 Huna Prinzipien für die Praxis bedeuten und wie du sie in deinem Leben nutzen und anwenden kannst.

Wie ich zur Huna-Philosophie gekommen bin

Das erste Mal etwas von Huna habe ich während meines Biologe-Studiums in den 1990er-Jahren gehört. Damals hatte mir eine Kommilitonin ein Buch ausgeliehen, das für mich den Startpunkt einer langen Reise darstellen sollte.

Das Buch hieß “Der Stadtschamane” und stammt von Serge Kahili King.

In dem Buch beschreibt King die Grundzüge der Huna-Philosophie – eine Art Lebensphilosophie mit hawaiianischen Wurzeln, die seit dieser Zeit zu einem wichtigen Begleiter für mich geworden ist.

Serge Kahili King: Der Stadtschamane

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Später habe ich dann verschiedenste Ausbildungen, Seminare und Vorträge über Huna besucht, u.a. bei Serge Kahili King, Steward Blackburn, Ingrid Stadler-Pree und Susanne Weikl.

Über die Jahre ist die Huna-Philosophie mit ihren Ideen über das Leben so zu einem Bedeutungsrahmen geworden, mit dem ich Vieles in meinem Leben besser einordnen und verstehen kann.

So hilft mir die Huna-Philosophie zu verstehen, was Spiritualität bedeutet und wie ich sie in meinen Alltag integrieren kann.

Warum Huna für mich wichtig geworden ist

Wir leben in ziemlich herausfordernden Zeiten. Egal, wohin man blickt, überall scheint die nächste Krise zu lauern: Klimakrise, Wirtschaftskrise, Corona-Krise, Flüchtlingskrise, dazu vielleicht noch die eine oder andere persönliche Krise im Leben.

Da kann man sich schon fragen, wie und warum es so viele Probleme und so viel Leid auf dieser Welt gibt.

Huna-Philosophie: Krisen überall

Früher lagen solche Fragen in der Zuständigkeit der Kirchen. Ich kann mich daran erinnern, dass die Kirche in meinem Heimatdorf in meiner Kindheit an den Wochenenden so voll war, dass manche Leute draußen vor der Tür standen.

Aber die Kirchen – allen voran die katholische Kirche – haben heute mit ihren eigenen Krisen zu kämpfen. Sinkende Mitgliederzahlen, Missbrauchsfälle, Nachwuchssorgen – für die meisten Menschen sind die Kirchen heute nicht mehr diejenigen, die die großen Sinnfragen des Lebens beantworten.

Vielleicht ist das an manchen Stellen ja auch ganz gut so.

Das Problem dabei ist allerdings, dass jeder nun selbst seine Antworten auf diese Fragen finden muss. Und für viele Menschen führt das dazu, dass sie gar keine Antworten mehr haben.

Und sich deshalb mit diesen Fragen gar nicht mehr auseinandersetzen und sich lieber mit Konsum und Shopping ablenken.

Auf Dauer funktioniert das natürlich nicht.

Zurück zu Huna:

Die Huna-Philosophie mit ihrem Erklärungsansätzen und verschiedenen Techniken und Mitteln für eine aktive Lebensgestaltung stellt für mich seit vielen Jahren einen wunderbaren Rahmen dar, um meine ganz persönlichen Antworten auf die großen Fragen des Lebens zu finden.

Wie und warum sie das für mich leisten kann, was genau Huna eigentlich ist und wie du die Huna-Philosophie vielleicht auch für dich nutzen kannst, darum soll es in diesem Beitrag gehen.

Lass uns damit anfangen, was Huna eigentlich ist. Um das zu verstehen, ist es vielleicht ganz hilfreich, erst einmal zu schauen, was Huna nicht ist.

Was Huna alles nicht ist

Vielleicht das Wichtigste: Huna ist keine Religion. Weder die Religion der heutigen Hawaiianer, noch die der alten Hawaiianer (die tatsächlich sogar viele verschiedene Religionspraktiken kannten).

Huna ist auch nicht hawaiianisch in dem Sinne, dass Huna eine wichtige Grundlage des alltäglichen Lebens der Hawaiianer dargestellt hätte.

Aber: Huna hat hawaiianische Wurzeln, die die Huna-Philosophie prägen und mit der hawaiianischen Kultur verbinden.

Huna ist aber keine dogmatische Lehre über das Leben, die vorgefertigte Antworten parat hat, wie man was im Leben zu betrachten und was man zu tun hat.

Ganz im Gegenteil, eines der wichtigsten Kennzeichen der Huna-Philosophie ist ihre Offenheit und Flexibilität.

Aber was ist Huna denn nun genau?

Was Huna ist

Die meisten Religionen haben zwei Seiten: Eine eher dogmatische, nach außen gerichtete Seite, die von Priestern und den “offiziellen Vertretern” der Religion repräsentiert wird und eine verborgene, geheimnisvolle Seite, deren Anhänger auf einer persönlichen Ebene die Erfahrung des Göttlichen und die Antworten auf die großen Fragen des Lebens suchen.

Nehmen wir zum Beispiel das Christentum.

Die Kirchenoberhäupter und Priester sind seit 2000 Jahren die Vertreter der offiziellen, dogmatischen Lehre. Daneben gibt es die christlichen Mystiker – allen voran Thomas von Aquin, Meister Eckart und die Heilige Hildegard von Bingen – die den inneren Weg zu Gott gesucht und oft auch gefunden haben.

Im Buddhismus ist es das Zen, im Judentum die Kabbala und im Islam der Sufismus.

Alles gemeinsam ist die Suche nach der unmittelbaren, persönlichen Erfahrung der Einheit mit dem Leben.

Auch die hawaiianische Religion kennt eine solche mystische, geheimnisvolle Tradition. Und aus dieser heraus ist die Huna-Philosophie entstanden.

Das kommt auch in dem Wort “Huna” zum Ausdruck: Huna kann übersetzt werden mit “Geheimnis” oder “geheimes Wissen”.

Gemeint ist aber nicht, dass das Wissen geheim gehalten werden sollte, sondern, dass dieses Wissen nicht offensichtlich ist. Man muss eben genau hinschauen, wenn man die Zusammenhänge des Lebens verstehen will.

Wie Huna entstanden ist

Schaut man sich die Entstehungsgeschichte der Huna-Philosophie an, stellt man sehr schnell fest, dass es DIE Huna-Philosophie gar nicht gibt. Denn eigentlich gibt es verschiedene “Systeme”, die alle den Namen Huna tragen.

Die beiden wichtigsten: Das auf Serge Kahili King zurückgehende Huna und das von Max Freedom Long.

Der amerikanische Sprachforscher Max Freedom Long war als Lehrer in den 1920er Jahren auf Hawaii tätig und war sehr fasziniert von den Heilkünsten der ortansässigen “Kahunas” (genauer wäre eigentlich: Kahuna kupua) war.

Das hawaiianische Wort “Kahuna” bezeichnet einen Meister seines Fachs, die “Kahuna kupua” waren Meister der Heilkünste – vergleichbar mit den Schamanen oder “Medizinmännern” anderer Kulturen.

Die Huna-Philosophie hat hawaiianische Wurzeln

Auch wenn die Huna-Philosophie nicht hawaiianisch im eigentlichen Sinne ist, hat sie dennoch hawaiianische Wurzeln und ist tief mit der hawaiianischen Sicht auf das Leben verbunden

Die Kahunas wollten Long jedoch ihre Heilgeheimnisse nicht verraten. Schließlich gab Long seine Versuche auf, kehrte auf das amerikanische Festland zurück und hatte dort die Idee, dass die Geheimnisse der Kahunas in der hawaiianischen Sprache verschlüsselt sein könnten.

Aus diesen Überlegungen heraus entwickelte er eine Philosophie über das Leben, die er Huna nannte und das die Weisheit der polynesischen Schamanen, von der Long so fasziniert war, zum Ausdruck bringen sollte.

Das zweite System mit dem Namen Huna stammt von Serge Kahili King.

King wurde, wie sein Vater zuvor auch, von einer hawaiianischen Familie adoptiert. Diese war laut King eine der Familien, in denen das Wissen der Kahunas von Generation zu Generation weitergegeben worden war.

Und auch King selbst wurde von seiner Adoptivfamilie in dem Wissen der Kahunas ausgebildet.

Später studierte King Psychologie, betrieb eine psychologische Praxis und “übersetzte” das Wissen, dass er von seiner Adoptivfamilie erhalten hatte (mit deren Einverständnis) in eine modernere Ausdrucksform.

Das System, dass dabei entstanden ist, und das ein Ausdruck des hawaiianischen Schamanismus ist, nannte er ebenfalls Huna.

In diesem Sinne ist die Huna-Lebensphilosophie also streng genommen keine ursprünglich, hawaiianische Philosophie über das Leben. Aber Huna ist sehr eng mit der polynesischen und hawaiianischen Sicht auf das Leben verbunden und wurde stark davon beeinflusst.

Deshalb heißt es in der Überschrift “überlieferte Weisheit in modernem Gewand”.

Nicht verschweigen: Kritik an Huna

Ich möchte nicht unerwähnt lassen, dass die Huna-Philosophie teilweise auch sehr kritisch gesehen wird. Weniger wegen ihrer Inhalte (dazu gleich mehr), sondern eher deshalb, weil unterstellt wird, dass Huna sich selbst als Ausdruck hawaiianischer Religion und Spiritualität begreift.

Dass das aber nicht zutrifft, sollte mittlerweile klar geworden sein.

Manchmal liest man sogar, dass Huna nur eine esoterische New Age – Erfindung sei, mit der eigentlichen hawaiianischen Lebens- und Weltanschauung gar nichts zu tun habe und eher als kulturelle Ausbeutung denn als Ausdruck hawaiianischen Denkens gesehen werden sollte.

Meist kommt solche Kritik von sehr traditionell ausgerichteten Hawaiianern, die die eigene kulturelle Identität bedroht sehen – angesichts der heutigen Staatszugehörigkeit des ehemals selbstständigen Hawaiis zu den USA ja auch verständlich.

Wer aber einmal einen Vortrag von Serge Kahili King gehört hat, der weiß, wie viel Wissen King über die hawaiianische Kultur und Sprache hat und wie wertschätzend er mit der hawaiianischen Kultur umgeht (schau dir dazu zum Beispiel dieses Video an).

Und:

Nicht jede und jeder “native Hawaiian” sieht den “Export” hawaiianischer Ideen und hawaiianischen Wissens über das Lebens so kritisch. So betont Serge Kahili King an mehreren Stellen, dass seine Adoptivfamilie ihm explizit die Erlaubnis gegeben habe, das Wissen und die Weisheit, die er in seiner Ausbildung innerhalb dieser Familientradition erfahren hat, in einer modernen Form weiterzugeben.

Und auch Morrnah Simeona, die Ho’oponopono (ursprünglich eine hawaiianische Familienkonferenz zur Klärung von Streit und Problemen) über die Grenzen Hawaiis hinaus bekannt gemacht hat, hatte keine Probleme damit, hawaiianisches Kulturgut an moderne Zeiten anzupassen und weiterzugeben.

Letztlich muss jeder für sich selbst entscheiden, inwieweit man Ideen und Konzepte aus anderen Kulturen übernehmen und anpassen darf. Andererseits passiert das überall und jeden Tag auf der Welt – genau dadurch entwickelt sich die Menschheit letztlich weiter.

Der Buddhismus ist sogar geradezu berühmt dafür, andere Kulturen in das eigene System zu integrieren. Und wir tun genau das ebenfalls jeden Tag, wenn wir zum Beispiel Yoga praktizieren, meditieren oder aus anderen Sprachen entlehnte Ausdrücke benutzen.

Dazu kommt:

Wenn ich Ideen aus der Huna-Philosophie für mein Leben nutze, dann mache ich das in dem Bewusstsein, dass diese Ideen Ausdruck universeller Lebensprinzipien sind, nicht mit dem Gedanken, die hawaiianische Kultur adaptieren zu wollen.

Und tatsächlich findet man viele dieser Ideen ebenfalls in vielen anderen Kulturen dieser Welt, nur oft eben nicht in der Klarheit, wie sie in der Huna-Philosophie enthalten sind.

Aber was sind das jetzt für Ideen und universellen Lebensprinzipen? Das leitet mich über zu den sieben Prinzipien der Huna-Philosophie.

Die 7 Prinzipien

Die sieben Huna-Prinzipien stellen die Grundlage der Huna-Philosophie nach Serge Kahili King dar. Sie bilden eine Art Richtschnur, mit der man die Welt betrachten kann.

King betont allerdings auch immer wieder, dass er selbst während seiner Ausbildung in der Familientradition der Kahilis diese Huna-Prinzipien nicht in Form fester Leitsätze erlernt habe. Es war eher eine mündliche Überlieferung in Form von Legenden und mithilfe von Geschichten und Beispielen aus dem Alltag, an denen ihm eine Sichtweise auf die Welt vermittelt wurde, die er erst später in die Form der sieben Prinzipien gebracht hat.

Jedem dieser 7 Grundprinzipien hat er einen hawaiianischen Namen gegeben: Ike, Kala, Makia, Manawa, Aloha, Mana und Pono.

Und hinter jedem dieser Prinzipien verbirgt sich eine Art und Weise, das Leben zu betrachten, die sehr hilfreich für den eigenen Alltag sein kann und dazu beitragen kann, heilende Veränderungen zu bewirken.

1) Die Welt ist das, was du denkst, das sie ist (Ike)

Alleine schon das erste der sieben Prinzipien hat das Potential, deine Welt komplett auf den Kopf zu stellen.

Denn es besagt, dass deine Welt genau das ist, wofür du sie hältst.

Du glaubst, Montage sind ätzend? Laut Huna ist die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass du viele solcher Montage erleben wirst. Du bist der Meinung, du hast zwei linke Hände? Dein Unterbewusstsein wird dir bestätigen, dass du Recht hast.

Aber Ike geht über diese alltäglichen Begebenheiten hinaus.

Wir sind es gewohnt, auf die Welt “da draußen” zu blicken und diese als unabhängig von uns wahrzunehmen. Das erste Prinzip der Huna-Philosophie lädt uns dagegen ein, uns selbst als Schöpfer unserer Welt zu sehen.

Mit unseren Überzeugungen und Erwartungen kreieren wir unsere Welt. Oder anders ausgedrückt: Wir holen uns die Bestätigung für unsere Erwartungen, indem wir die Welt um uns herum so formen, dass sie diesen Erwartungen entspricht.

Ist Stress tödlich?

Ein eindrucksvolles Beispiel dafür liefert eine Studie aus dem Jahr 2011, die sich sehr gut mit diesem ersten Prinzip der Huna-Philosophie erklären lässt.

In der Studie befragten die Forscher insgesamt 30.000 Probanden danach, wie sie das Ausmaß von Stress in ihrem Leben einschätzen und schauten 8 Jahre später, wie viele der Probanden verstorben waren.

Das Ergebnis der Studie: Stress erhöhte das Risiko für einen früheren Tod um 43% – allerdings nur bei denjenigen, die daran glaubten, dass der Stress sie umbringen könnte. Bei den anderen gab es keinen signifikanten Unterschied bei der Sterberate.

Die Idee, dass wir mit unseren Gedanken, Überzeugungen und Erwartungen unsere Wirklichkeit selbst gestalten und formen, gibt es übrigens nicht nur in der Huna-Philosophie.

Schon von Buddha ist ein Zitat überliefert, dass diese Idee ausdrückt: “Wir sind, was wir denken. Alles, was wir sind, entsteht in unseren Gedanken. Mit unseren Gedanken machen wir die Welt” (Buddha). 

Und Johann Wolfgang von Goethe lässt seinen Faust sagen: „Ein jeder sieht, was er im Herzen trägt“ (Johann Wolfgang von Goethe in Faust).

“Wir sind, was wir denken. Alles, was wir sind, entsteht in unseren Gedanken. Mit unseren Gedanken machen wir die Welt.”

Buddha

Heißt das nun, dass es Stress eigentlich gar nicht gibt und dass Stressmanagement- und (Anti-)Stresstraiings überflüssig sind?

Mitnichten.

Denn: Wir sind nicht alleine auf dieser Welt und werden daher von allem um uns herum beeinflusst – meist unbewusst und ohne, dass wir es wirklich bemerken.

Die Welt ist eine Co-Produktion

Wir leben nicht isoliert in einer Welt für uns, sondern mit anderen zusammen. Und werden daher auch auf vielen Ebenen von anderen beeinflusst: Von unseren Beziehungspartner, Familienmitgliedern, Freunden, den Medien und der Gesellschaft, in der wir leben – um nur einige zu nennen.

Wie erschaffen uns unsere Welt daher nicht alleine: Die Welt, in der wir leben, ist ein “Gemeinschaftsprodukt” von uns allen.

Das bedeutet zum Beispiel auch, dass jeder von uns in der Verantwortung steht, gut für sich selbst zu sorgen. Denn nur dann kann man einen positiven Beitrag zu diesem “Gemeinschaftsprodukt” leisten.

Über Ike – dem ersten der sieben Prinzipien aus der Huna-Philosophie – könnte man ein ganzes Buch schreiben. Genau, wie über jedes der anderen sieben Prinzipien.

Ich möchte dieses Artikel aber einigermaßen überschaubar halten, deshalb komme ich jetzt zum zweiten der sieben Prinzipien: Kala.

2) Es gibt keine Grenzen (Kala)

Das zweite Prinzip – es gibt keine Grenzen – scheint auf den ersten Blick unserer Erfahrung zu widersprechen. Schließlich gibt es überall um uns herum Grenzen.

Landesgrenzen, die leider auch im 21. Jahrhundert immer noch durch kriegerische Akte verändert werden sollen, Vorschriften, Verhaltensregeln – alles Grenzen, die wir jeden Tag in unserem Leben erfahren und an die wir uns gewöhnt haben.

Und auch auf der persönlichen Ebene gibt es jede Menge Grenzen. Mein Energievorrat und meine Leistungsfähigkeit sind begrenzt, meine Zeit ist begrenzt und auch Geld steht mir nicht grenzenlos zur Verfügung.

Wie passt das mit dem zweiten Prinzip zusammen?

Man könnte Kala vielleicht auch anders formulieren: Grenzen existieren nur in unserem Kopf.

Und weil nach dem ersten Prinzip meine Welt ja durch meine Gedanken geformt wird, spiegelt sich das natürlich in meinem Leben wieder.

Je freier ich in meinem Denken werde, desto weniger Grenzen erfahre ich daher in meinem Leben.

Der mittlerweile verstorbene buddhistische Mönch Thich Nhat Hanh sagt dazu: “Weil du lebendig bist, ist alles möglich” (Thich Nhat Hanh).

Wenn wir ein Bewusstsein dafür entwickeln, welche Grenzen wir in unserem Kopf haben, können wir überlegen, ob wir diese Grenzen weiterhin akzeptieren wollen oder nicht – und sie dann bewusst erweitern.

Der Roger-Bannister-Effekt

Auch dazu ein – wie ich finde – sehr eindrucksvolles (und zu Recht gern zitiertes) Beispiel:

Am 06.05.1954 schafft der englische Athlet Roger Bannister, was keiner für möglich gehalten hatte. Er läuft die englische Meile unter vier Minuten und sichert sich so den Weltrekord (hier ein Original-Video von seinem Lauf).

Jahrzehntelang hatten Sportler auf der ganzen Welt das vergeblich versucht. Schließlich war man zu dem Ergebnis gekommen, dass es für den Menschen einfach unmöglich sei, diese Zeitmarke zu knacken.

Bis Roger Bannister bewies, dass es doch geht.

Das eigentlich Interessante daran ist allerdings etwas anderes. Noch im gleichen Jahr, in dem Bannister seinen Weltrekord aufstellt, schaffte es ein weiterer Läufer, die Vier-Minuten-Marke zu unterbieten. Ein Jahr später waren es drei weitere Läufer.

Die Zahlen sind nicht ganz so spektakulär, wie man es manchmal im Internet liest (auf einer Seite habe ich gelesen, dass es 300 Läufer gewesen wären, die die Marke im Folgejahr unterboten hätte), aber trotzdem: Der Roger-Bannister-Effekt, wie dieses Phänomen heute genannt wird, illustriert sehr eindrucksvoll, was es heißt, dass Grenzen nur in unserem Kopf existieren.

Alles ist miteinander verbunden

Ein weiterer Aspekt von Kala ist, dass alles mit allem verbunden ist. Denn wenn es keine Grenzen gibt, ist alles unendlich und Trennung daher eine Illusion.

Eckart Tolle sagt dazu: “Du bist nicht getrennt vom Ganzen. Du bist eins mit der Sonne, der Erde, der Luft. Du hast kein Leben. Du bist Leben.” (Eckhart Tolle).

Ganz ähnlich drückt es der islamische Mystiker Rumi aus, der im 13. Jahrhundert gelebt hat und vom dem das folgende Zitat überliefert ist: “Du bist kein Tropfen im Ozean. Du bist ein gesamter Ozean in einem Tropfen.” (Rumi).

Dass das alles keine bloße Theorie ist, ist mir vor einigen Jahren bewusst geworden.

Zu der Zeit hatte ich mich sehr intensiv mit der Huna-Philosophie befasst, viele Bücher gelesen, Seminare besucht und mich wöchentlich im Internet mit Serge Kahili King und einer Gruppe Gleichgesinnter getroffen.

Nun bin ich ja Lehrer und am Beginn einer Unterrichtsstunde begrüßen wir uns normalerweise mit einem “Guten Morgen”.

An einem Tag hatte ich einen gemischten Kurs aus mehreren Klassen. Die Schüler (Jahrgangsstufe 7) kannten sich teilweise gar nicht und als ich zur Begrüßung “Guten Morgen” sagte, kam mir von den Schülern ein lautes “Aloha!” entgegen.

Nachdem sich meine erste Überraschung etwas gelegt hatte, habe ich die Schüler gefragt, wie sie darauf gekommen seien.

Sie konnten es mir nicht erklären.

Sie hatten sich nicht abgesprochen (das ging auch gar nicht, weil sie sich ja teilweise gar nicht kannten) und sie kannten auch das Wort Aloha nicht.

Ich habe später Serge Kahili King danach gefragt.

Für ihn war die Sache weniger verwunderlich. Er sagte dazu, dass aufgrund des zweiten Prinzips eben alles miteinander verbunden sei und weil ich mich sehr intensiv mit Huna und dem Aloha-Prinzip auseinandergesetzt hätte, die Schüler eben diese Energie unbewusst aufgenommen hätten.

3) Energie folgt der Aufmerksamkeit (Makia)

Dass die Energie der Aufmerksamkeit folgt, hast du sehr wahrscheinlich auch schon einmal an anderen Stellen gelesen oder gehört. Gemeint ist hier natürlich nicht die physikalische Energie (wie Licht- oder Wärmeenergie), sondern die spirituelle Energie, also die Lebenskraft, von der ich schon an der einen oder anderen Stelle gesprochen habe.

Diese spirituelle Energie folgt deiner Aufmerksamkeit. Sie fließt dahin, wohin du deine Aufmerksamkeit richtest.

Hinter dem dritten Prinzip der Huna-Philosophie steht die Idee, dass wenn wir unsere Aufmerksamkeit auf etwas richten, das dann in unserem Leben zunehmen wird. Je fokussierter wir dabei sind, desto mehr Energie fließt in Richtung unserer Aufmerksamkeit und desto eher wird sich das in unsrem Leben zeigen, auf das wir uns konzentrieren.

Damit Dinge sich manifestieren, also in unserem Leben sichtbar werden, braucht es nämlich nicht nur unsere Gedanken (das erste Prinzip), sondern auch Energie.

Alltägliche Gedanken erschaffen daher keine Realität, fokussierte Gedanken schon.

Deshalb reicht es eben nicht aus, einfach nur mit irgendwelchen Wunschvorstellungen durch den Tag zu gehen. Erst wenn hinter den Gedanken die richtige Energie steht, können sie sich in unserem Leben zeigen.

Emotion = Energy in Motion

Und diese Energie kommt in Form bewusster Aufmerksamkeit und als Emotionen zu den Gedanken.

Erst, wenn ich innerlich wirklich von einem Gedanken überzeugt bin und mich bewusst auf diesen Gedanken fokussiere, steht auch die notwendige Energie für dessen Realisierung zur Verfügung.

Allerdings: Wenn ich dabei zu verkrampft bin, also mit aller Macht versuche, etwas “durchzudrücken”, blockiert das die hinter meinem Gedanken stehende Energie. Es geht also darum, aus einer entspannten, freudigen Aufmerksamkeit heraus sich auf seine Ziele zu fokussieren.

Und das geht am besten, wenn ich meine Ziele danach ausrichte, wie viel Freude sie in mir auslösen. Dann habe ich die richtigen Ziele und der Realisierung meiner Ziele steht nichts mehr im Weg.

Handlungen lenken die Energie in besonderem Maße

Übrigens: Unsere Handlungen stellen eine der wichtigsten Möglichkeiten dar, unseren Fokus zu lenken und auszurichten! Deshalb bekommen unsere Gedanken sehr viel Energie, wenn wir ins Tun kommen und die Wahrscheinlichkeit steigt, dass unsere Gedanken Realität werden können.

Dem berühmten Erfinder Thomas Alva Edison wird folgendes Zitat zugeschrieben: “Erfolg hat nur, wer etwas tut, während er auf den Erfolg wartet” (Thomas Alva Edison).

“Energie folgt der Aufmerksamkeit” bedeutet also nicht, die Hände in den Schoß zu legen und auf die Erfüllung der eigenen Wünsche zu warten.

“Erfolg hat nur, wer etwas tut, während er auf den Erfolg wartet.”

Thomas Alva Edison

Das Ganze funktioniert übrigens auch andersherum:

Energie folgt nicht nur der Aufmerksamkeit, unsere Aufmerksamkeit folgt auch der Energie. Aus Sicht der Huna-Philosophie ist das einer der Gründe dafür, dass wir uns schnell auf die negativen Dinge im Leben fokussieren – denn die sind oft mit starken Emotionen verbunden.

4) Jetzt ist der Moment der Macht (Manawa)

Manawa – das vierte Prinzip der Huna Philosophie – legt uns nahe, dass wir nur dann Einfluss ausüben und unser Leben bewusst kreieren können, wenn wir in der Gegenwart, also, im jetzigen Moment sind.

Der Schriftsteller Leo Tolstoi drückt es so aus: “Merke dir – die wichtigste Zeit ist der jetzige Augenblick.” (Leo Tolstoi)

Oft sind unsere Gedanken allerdings in der Vergangenheit oder der Zukunft unterwegs. Wir überlegen uns, was alles schief gelaufen ist oder malen und irgendeine düstere (oder auch erfreuliche) Zukunft aus.

Dann sind wir aber nicht in der Gegenwart und können unsere Gegenwart auch nicht beeinflussen. So verlieren wir den Einfluss auf unser Leben, denn das findet immer jetzt statt.

“Life is now and never not now!”, sagt Eckart Tolle (Deutsch: Leben ist immer jetzt und niemals nicht jetzt).

Je mehr wir es schaffen, wieder im Hier und Jetzt zu leben, desto größeren Einfluss haben wir auf unser Leben – das ist die Kernaussage des vierten Prinzips der Huna-Philosophie.

Die Frage ist natürlich, wie man es schafft, wieder in die Gegenwart zurückzukommen.

Genau dazu liefert die Achtsamkeitslehre, die ihren Ursprung in der buddhistischen Meditationspraxis hat und in den letzten Jahren vor allem durch Jon Kabat-Zinn im Westen populär geworden ist, wertvolle Anregungen.

Hier bei Flowfeather findest du viele Ideen dafür, wie du durch Übungen aus der Achtsamkeitspraxis deine Gedanken wieder in die Gegenwart bringst.

Schaue dir dazu zum Beispiel auch die Daily Flow!-Übungen auf dieser Seite an. Darunter sind einige, die ihren Ursprung in der Achtsamkeitslehre haben.

Eine besonders gute Möglichkeit, wieder in den jetzigen Moment zu kommen, stellt auch der Aufenthalt in der Natur dar. Denn die spricht alle unsere Sinne an und bringt uns so sehr schnell wieder in das Jetzt zurück.

5) Lieben bedeutet, glücklich mit etwas oder jemandem zu sein (Aloha)

Aloha ist nicht nur das fünfte Prinzip aus der Huna-Philosophie, Aloha ist die Grundlage des hawaiianischen Denkens und Fühlens – “Hawaii – The Aloha State”. Auf und in Hawaii spricht man auch vom “Aloha Spirit” oder dem “Way of Aloha”.

Obwohl es das fünfte der sieben Huna Prinzipien ist, stellt es damit eine Art Grundprinzip des Huna und Kernstück der Huna-Lebensphilosophie dar.

Die Bedeutung von Aloha

Aloha wird in Hawaii auch zur Begrüßung verwendet. Übersetzt wird Aloha meist mit “Liebe” – eine schöne Vorstellung, dass man sich in Hawaii “Liebe” zur Begrüßung zuruft.

Im Wort Aloha stecken aber noch andere Bedeutungen.

“Alo” bedeutet im übertragenen Sinne das Teilen von etwas im gegenwärtigen Moment. “Oha” bedeutet Freude und “Ha” ist der Atem und die Lebensenergie.

Huna-Philosophie: Hawaii, the Aloha State

Hawaii ist berühmt für den ALOHA-Spirit

Zusammen bedeutet Aloha also das “Freudige Teilen der Lebensenergie im gegenwärtigen Moment”. Oder anders ausgedrückt: Glücklich mit etwas oder jemandem zu sein.

Entsprechend sind Liebe und die Schaffung von Harmonie und Mitgefühl wichtige Pfeiler der Huna-Philosophie und ziehen sich durch alle Aspekte der Huna-Lehre hindurch.

Was bedeutet das jetzt konkret?

Liebe macht immer glücklich. Alles andere ist keine Liebe, sondern hat mit Ängsten, Zweifeln und Unsicherheit zu tun. “Glück ist Liebe, nichts anderes. Wer lieben kann ist glücklich.”, sagt der deutsch-schweizerische Schriftsteller Hermann Hesse.

Eine Beziehung ist deshalb in dem Maße liebevoll, indem die beiden Partner glücklich miteinander sind. Die Liebe in der Beziehung wird umso weniger, je mehr man sich in der Beziehung kritisiert.

Und auch andersherum:

Je mehr Wertschätzung man sich gegenseitig in der Beziehung entgegenbringt (zum Beispiel in Form gegenseitiger Komplimente), desto größer wird die Liebe in der Beziehung. Weil dadurch die Kritik automatisch abnimmt.

Huna betrachtet Liebe als unseren natürlichen Zustand. Erst unsere Ängste, Befürchtungen, Sorgen und Zweifel bringen uns aus diesem natürlichen Zustand heraus.

Je mehr Liebe wir für jemanden oder etwas empfinden, desto tiefer ist die Verbindung, die wir miteinander haben. Ängste und Zweifel trennen uns dagegen voneinander. Diese ethische Geisteshaltung wird Aloha Spirit genannt.

Dem “Aloha Way of Life” zu folgen, bedeutet, sich selbst und andere mit Respekt und Liebe zu begegnen – durch gegenseitige Wertschätzung und indem ich Komplimente mache (in der Huna-Philosophie spricht man vom Segnen bzw. “Blessing”).

Die Macht der Gedanken

Aus Sicht der Huna-Philosophie spielt es dabei keine wesentliche Rolle, ob ich das direkt mache oder nur in Gedanken.

Denn:

Aufgrund des zweiten Prinzips (Kala – es gibt keine Grenzen) ist ja alles miteinander verbunden. Daher haben auch meine Gedanken einen Einfluss auf den anderen – umso mehr, je tiefer unsere Verbindung ist (erinnere dich an mein Erlebnis in der Schule).

Und:

Weil alles miteinander verbunden ist und letztlich damit auf einer bestimmten Ebene der Betrachtung alles eins ist, ist jede Kritik, die ich an einen anderen (oder etwas anderes) richte, gleichzeitig auch eine Kritik an mir selbst!

Aus Sicht des Huna unterscheidet unser Unterbewusstsein nicht zwischen sich und den anderen und bezieht jede Kritik daher auch auf sich. Je mehr ich andere kritisiere, desto mehr verspanne ich mich selbst dabei. Je mehr ich andere lobe und ihnen Komplimente mache, desto besser fühle ich mich selbst.

Ein weiterer Aspekt:

Weil die Energie der Aufmerksamkeit folgt (Makia), vergrößert sich durch die Komplimente und die entgegengebrachte Wertschätzung das Gute in unserem Leben. Kritik am anderen lenkt den Fokus dagegen auf das Negative und verstärkt auf diese Weise das Negative noch weiter.

Es gibt es noch viele weitere Bedeutungsebenen im Wort Aloha. Falls dich das interessiert, schau dir unbedingt auch diesen Artikel dazu an.

Alles ist lebendig

Eine – wie ich finde, sehr interessante – Idee aus der Huna-Philosophie im Zusammenhang mit Aloha möchte ich auch noch erwähnen:

Wenn es tatsächlich keine Grenzen gibt (das war ja die Bedeutung von Kala), dann ist alles grenzenlos. Dann ist auch jedes Lebewesen und alles in diesem Universum grenzenlos, also unendlich.

Das bedeutet aber, dass alles in diesem Universum denselben Ursprung hat.

Wenn ich der Idee folge, dass dieser Ursprung ein intelligentes Bewusstsein ist, dann folgt daraus, dass alles in diesem Universum – egal ob ein Baum, ein Vogel, ein Mensch oder auch nur eine Tasse – ein Teil dieses intelligenten Bewusstseins ist.

Der berühmte Physiker und Nobelpreisträger Max Planck drückt es so aus: “Es gibt keine Materie, sondern nur ein Gewebe von Energien, dem durch intelligenten Geist Form gegeben wurde. Dieser Geist ist Urgrund aller Materie.” (Max Planck)

“Es gibt keine Materie, sondern nur ein Gewebe von Energien, dem durch intelligenten Geist Form gegeben wurde. Dieser Geist ist Urgrund aller Materie.”

Max Planck

Huna betrachtet deshalb alles auf dieser Welt als lebendig und fähig, in irgendeiner Art auf uns zu reagieren. Deshalb können wir aus Sicht des Huna mit den Elementen der Natur sowie mit Naturkräften kommunizieren.

Zum Beispiel, indem wir mit einem Baum sprechen. Oder sogar mit dem eigenen Auto – was viele Menschen unabhängig von der Huna-Philosophie sowieso schon machen (“Spring endlich an, du … Karre!”).

Aloha lädt uns ein, in dieser Kommunikation liebevoll zu sein – nicht nur im Umgang miteinander, sondern im Umgang mit allem auf dieser Welt. Weil alles auf dieser Welt lebendig und fähig ist, auf uns zu reagieren – weil alles auf dieser Welt Ausdruck desselben intelligenten Bewusstseins ist.

6) Alle Macht kommt von innen (Mana)

Vor allem im sechsten Prinzip der Huna-Philosophie kommt zum Ausdruck, dass die Huna-Philosophie eine sehr schamanisch geprägte Art und Weise ist, das Leben zu betrachten.

Mana – alle Macht bzw. Kraft kommt von innen – ergibt sich als logische Schlussfolgerung aus dem zweiten Prinzip, nach dem alles grenzenlos ist.

Wenn das nämlich zutrifft und die Quelle des Universums ein intelligentes Bewusstsein ist, das als Schöpfungskraft hinter allem steht, dann ist die Macht dieses intelligenten Bewusstseins überall und am jedem Ort im Universum vorhanden.

Also auch in jedem Menschen, in dir und in mir.

Und genauso übrigens auch in jedem Tier, in jeder Pflanze, in jedem Stein und auch in allen menschengemachten Gegenständen.

Aus Sicht der Huna-Philosophie ist alles auf dieser Welt Ausdruck der unendlichen Schöpfungskraft eines unendlichen, intelligenten Bewusstseins und besitzt aufgrund des zweiten Prinzips gleichzeitig auch diese unendliche Schöpfungskraft.

Dadurch wird es zum Beispiel möglich, die Kraft des Windes, die Kraft des Hirsches oder die der Ameise für sich zu nutzen.

Genau das haben die Menschen schon vor tausenden von Jahren gemacht, indem sie Tierdarstellungen auf ihre Zelte oder Häuser gemalt haben.

Heute machen wir das, indem wir Tierdarstellungen in Firmenlogos platzieren oder auf Autokühlern anbringen. Dort finden wir – je nach Automarke – zum Beispiel einen Jaguar, einen Löwen, einen Widder oder einen Stier.

Verantwortung übernehmen

Die Huna-Philosophie geht davon aus, dass wir alle unser Leben und die Umstände, in denen wir leben, mit unseren Einstellungen, Überzeugungen, Gedanken und Befürchtungen selbst erschaffen.

Das passiert nicht unbedingt automatisch mit einem Fingerschnips (obwohl auch das aus Sicht der Huna-Philosophie im Prinzip möglich ist). Vielmehr sind es die Handlungen und Gewohnheiten, die aus unserem Glaubenssystem – also aus unseren Einstellungen, Überzeugungen, Gedanken und Befürchtungen – entspringen, die unser Leben formen und bestimmen.

Der amerikanische Coach und Motivationstrainer Tony Robbins sagt daher treffend: “Unser Leben ist ein Spiegel unserer Gewohnheiten” (Tony Robbins).

Aus Sicht der Huna-Philosophie sind wir selbst für unsere Lebensumstände verantwortlich – und haben deshalb auch die Möglichkeit, sie jederzeit zu verändern.

Energievampire gibt es nicht

Vielleicht hast du schon einmal den Begriff “Energievampir” gehört. Damit sind Menschen gemeint, die die Energie von anderen Menschen quasi aussaugen, um sich selbst besser zu fühlen.

Bestimmt kennst du auch solche Menschen, bei denen du dich hinterher leer und kraftlos fühlt, wenn du eine Zeit lang mit ihnen zusammen warst.

Aus Sicht der Huna-Philosophie gibt es allerdings gar keine “Energievampire”.

Es sind nicht die anderen Menschen, die deine Energie aussaugen. Wenn du mit solchen Menschen zusammen bist und dich hinterher leer und kraftlos fühlst, wählst du aus deiner eigenen Macht heraus als Reaktion auf diese Menschen, dich innerlich zu verspannen.

Huna-Philosophie: Energievampire gibt es nicht

In der Huna-Philosophie gibt es keine Energievampire. Weil alle Macht aus uns selbst stammt, sind wir selbst es, die sich von der Energie abschneiden, wenn wir mit bestimmten Menschen zusammen sind – zum Beispiel, indem wir uns innerlich anspannen

Dadurch verlierst du den Zugang zu der grenzenlosen Energie, die uns jederzeit umgibt. Es ist deine Reaktion auf diese Menschen, die dich so kraft- und energielos werden lässt.

Du bist also selbst verantwortlich dafür, wie du dich nach der Begegnung mit einem solchen “Energievampir” fühlst. Du könntest auch eine andere Reaktion auf das Verhalten eines solchen Menschen wählen, die dich nicht kraft- und energielos zurücklässt.

Das ist vielleicht nicht immer einfach, aber es ist möglich. Und es gibt dir die Möglichkeit, dein Leben selbst zu gestalten, statt nur ein Opfer der Lebensumstände zu sein.

Übrigens gilt das auch für die “Good Vibes” der Natur:

Wenn wir uns nach einem Waldspaziergang energiegeladen und voller Kraft fühlen, dann deshalb, weil wir uns von der Energie der Natur anstecken lassen. Wir gehen in Resonanz mit dieser Energie, entspannen uns und werden so wieder offen für die grenzenlose Energie des Universums um uns herum.

Letztlich geht es bei all diesen “Energiedingen” darum, in seine eigene, innere Mitte zu kommen. Dann haben wir Kontakt mit der Quelle unseres Seins (in der Huna-Philosophie spricht man vom Höheren Selbst) und sind verbunden mit der Energie des Universums.

Dann sind wir im Flow. Und darum geht es letztlich hier bei Flowfeather.

Verantwortung ist nicht Schuld

Selbst für seine Lebensumstände verantwortlich zu sein und Verantwortung für sein Handeln zu übernehmen, ist übrigens nicht das Gleiche, wie Schuld an seinen Lebensumständen zu sein.

Häufig verwechseln wir in unserer Gesellschaft Verantwortung und Schuld miteinander.

Schuld impliziert aber, dass man bewusst gegen seine eigenen Grundsätze handelt. Viele (die meisten) unserer Entscheidungen darüber, wie unser Leben aussieht, treffen wir aber unbewusst.

Wir lassen uns beeinflussen von anderen Menschen, von den Medien und den Erwartungen der Gesellschaft an uns und übernehmen die dahinterliegenden Ansichten in unser eigenes Glaubenssystem.

Damit kreieren wir dann unsere eigenen Lebensumstände, ohne zu merken, welche Rolle diese übernommenen Ansichten und Überzeugungen dabei spielen.

Deshalb können wir auch nicht davon sprechen, dass jemand Schuld an seinen Lebensumständen ist.

Wir können das Leben nicht kontrollieren

Auch wenn wir unser Leben und unsere Lebensumstände selbst erschaffen – kontrollieren können wir das Leben deshalb nicht, nur beeinflussen.

Im Leben passieren immer Dinge, die wir uns nicht wünschen.

Aber die passieren aus Sicht des Huna nicht, weil wir Opfer der Umstände sind, sondern eben weil wir diese Dinge auf einer unbewussten Ebene akzeptieren und sie selbst kreieren.

Es geht daher immer auch um Achtsamkeit und darum, ein Bewusstsein für die eigenen Gedanken, Überzeugungen und Lebensgewohnheiten zu entwickeln.

In dem Maße, in dem ich mir bewusst über mein eigenes Glaubenssystem werde und es mir gelingt, meine Gedanken, Überzeugungen und Gewohnheiten zu verändern, gewinne ich die Möglichkeit zurück, mein Leben bewusst zu gestalten und nicht länger ein Opfer der Lebensumstände zu sein.

Das ist die Kernaussage des sechsten Prinzips der Huna-Philosophie.

7) Wahr ist, was funktioniert (Pono)

Das letzte Prinzip aus der Huna-Philosophie hat es noch einmal in sich. Tatsächlich habe ich sehr lange gebraucht, bis ich einigermaßen verstanden habe, was dieses Prinzip in der Praxis bedeutet.

Kurz gefasst besagt das siebte Prinzip aus der Huna-Philosophie, dass es keine allgemeingültige Wahrheit gibt.

Ganz ähnlich, wie das sechste Prinzip eine logische Folge aus dem zweiten Prinzip ist, ist “Pono” eine logische Folge aus dem ersten Prinzip.

Nach dem war die Welt ja das, was wir denken, das sie ist. Und das bedeutet dann natürlich auch, dass das wahr ist, was wir denken, das wahr ist.

“Wahrheit liegt im Auge des Betrachters”, könnte man sagen.

Das erinnert spontan natürlich sehr an die “alternativen Wahrheiten” für die Donald Trump in seiner Regierungszeit zu Recht ziemlich in die Schlagzeilen gekommen ist.

Wieso macht das siebte Prinzip trotzdem Sinn?

Was ist Realität?

Zu dieser Frage fällt mir immer ein Comic ein, dass ich irgendwo einmal gesehen habe. In dem Comic ist eine seitwärts liegende Zahl zu sehen und zwei Männer, die jeweils von der gegenüberliegenden Seite auf die Zahl schauen.

Der eine ruft “6!”, der andere ruft “9!”.

Wer hat Recht? Beide und keiner. Denn es kommt auf die Perspektive und den eigenen Standpunkt an.

Wir interpretieren die Welt um uns herum gemäß unserer eigenen Überzeugungen, Vorstellungen und Vorannahmen. Je nachdem, wie die aussehen, kommen wir dann zu völlig unterschiedlichen Schlussfolgerungen.

Blicken wir mir anderen Vorannahmen in die Welt, sehen wir eine völlig andere Realität.

Sogar die Wissenschaft, die sich im Allgemeinen ja der Suche nach der Wahrheit verpflichtet fühlt, kommt mittlerweile zu dem Schluss, dass es “die eine Realität” gar nicht gibt – und damit auch keine absolute Wahrheit.

Der mittlerweile leider verstorbene Stephen Hawking, Physiker und Mathematiker, Nobelpreisträger und zu Lebzeiten Inhaber des Lehrstuhls für Mathematik von Isaac Newton an der Cambridge University, sagt dazu: “Es gibt keinen abbild- oder theorieunabhängigen Realitätsbegriff“ (Stephen Hawking).

Stellt sich natürlich die Frage, was dann eigentlich noch wahr und falsch ist. Die Huna-Philosophie hat darauf eine ganz einfache Antwort: Wahr ist das, was funktioniert.

Oder anders ausgedrückt: Die Wirksamkeit entscheidet darüber, ob etwas (für mich) wahr ist oder nicht. Die Wirksamkeit ist das Maß der Wahrheit.

Und je nachdem, welches Ziel ich verfolge, kann meine Wahrheit deshalb völlig anders aussehen.

Oder, um einmal mehr Albert Einstein zu zitieren: “Wahrheit ist, was den Test der Praxis übersteht” (Albert Einstein, Nobelpreisträger für Physik).

“Wahrheit ist, was den Test der Praxis übersteht”

Albert Einstein

Interessanterweise haben wir im Deutschen zwei Begriffe für die Realität, die uns umgibt. Neben dem Wort “Realität” gibt es nämlich auch noch das Wort “Wirklichkeit”.

“Wirklichkeit ist das, was wirkt”, könnte man sagen. Und kommt damit dem siebten Prinzip aus der Huna-Philosophie schon ziemlich nahe.

Es gibt immer einen (anderen) Weg

Die Huna-Philosophie geht davon aus, dass wir in einem unendlichen Universum leben. In einem unendlichen Universum gibt es unendlich viele Möglichkeiten.

Daher gibt es immer auch einen anderen Weg – eine andere Möglichkeit – sein Ziel zu erreichen.

Das siebte Prinzip aus der Huna-Philosophie legt uns nahe, alles zu nutzen, was uns hilft, unser Ziel zu erreichen. Wenn eine Methode nicht funktioniert, dann probiere eine andere – solange, bis du eine gefunden hast, die für dich funktioniert.

Wenn es keine absolute, allgemeingültige Wahrheit gibt, gibt es eben auch nicht die eine, richtige, immer funktionierende Methode, um seine Ziele zu erreichen.

Konkret auf den Bereich Persönlichkeitsentwicklung bezogen:

Wenn ein Visionboard für dich nicht funktioniert, dann versuche, mit dem Lebensrad zu arbeiten. Wenn das nicht funktioniert, nutze Affirmationen. Oder probiere Selbstcoachingtechniken aus dem NLP aus. Oder nutze alles gleichzeitig, wenn dir das am besten hilft.

Nutze alles, was dir hilft, dein Ziel zu erreichen.

Der Zweck heiligt nicht die Mittel

Jetzt könnte man natürlich versucht sein, zu denken, dass der Zweck die Mittel heiligt. Schließlich sagt das siebte Prinzip ja, dass das wahr ist, was funktioniert und das man das machen sollte, was funktioniert.

Aber:

Nach Makia – dem dritten Prinzip aus der Huna-Philosophie – folgt die Energie unserer Aufmerksamkeit.

Nutze ich daher Methoden, die anderen Menschen, Tieren, Pflanzen oder der Erde Schaden zufügen, liegt mein Fokus auf “anderen Schaden zufügen” und auch meine Energie wird sich in diese Richtung bewegen.

Da nach dem zweiten Prinzip (Kala) alles mit allem verbunden ist, schade ich mir im Endeffekt dadurch selbst.

Friedvolle Methoden produzieren friedvolle Ergebnisse, schädigende Methoden produzieren schädigende Ergebnisse, schreibt Serge Kahili King sinngemäß in seinem Buch “Der Stadtschamane” dazu.

Das war jetzt doch ein relativ ausführlicher Überblick über die Bedeutung der sieben Prinzipien aus der Huna-Philosophie. Jetzt lass und einmal schauen, was das allen in der Praxis bedeutet.

Die sieben Prinzipien in der Praxis

Stell dir vor, du arbeitest in der Finanzbuchhaltung eines kleinen, mittelständischen Unternehmens. Die Steuerprüfung hat sich angekündigt und du hast die Aufgabe, alles für die Prüfung vorzubereiten.

Ein riesiger zusätzlicher Arbeitsaufwand, der zu deinen sowieso schon vorhandenen Aufgaben dazukommt.

Dir gegenüber sitzt dein Kollege, der dir zwar helfen könnte, aber schon im Vorfeld angekündigt hat, dass er keine Grund sieht, irgendetwas zu machen, was nicht vom Chef angeordnet wird und dass du zusehen sollst, wie du alleine mit der Sache klarkommst.

Du bist jetzt nicht nur extrem im Stress, weil du kaum weißt, wie du die Arbeit schaffen sollst, sondern zusätzlich auch noch frustriert und wütend, weil dein Kollege dir nicht helfen will und dich im Stich lässt.

Huna-Philosophie in der Praxis

Der Stress verfolgt dich bis in den Feierabend, zu Hause bist du reizbar und motzt bei jeder Gelegenheit deine Partnerin oder deinen Partner an und nachts kannst du nicht mehr gut schlafen, weil deine Gedanken ständig um die Arbeit kreisen und du dir ausmalst, was alles passieren könnte, wenn du nicht rechtzeitig alle Unterlagen vorbereitet haben wirst.

Zugegeben, das Beispiel ist konstruiert, aber so oder so ähnlich könnte eine typische Stresssituation im Arbeitsalltag aussehen.

Jetzt lass und schauen, wie die sieben Prinzipien aus der Huna-Philosophie hier weiterhelfen könnten, um aus dem Stress wieder herauszukommen.

1) Ike – Die Welt ist das, was du denkst, das sie ist

Ike, das erste Prinzip, legt dir nahe, einmal bewusst auf deine Gedanken in dieser Situation zu achten. Wenn wir im Stress sind, haben wir meist das Gefühl, dass die Dinge nun mal so sind, wie sie sind und dass wir deshalb an unserem Stress nichts ändern können.

Wir haben dann das Gefühl, dass wir dem Stress hilflos ausgeliefert sind und höchstens versuchen können, irgendwie mit dem Stress klarzukommen.

Wenn die Welt aber das ist, was wir denken, das sie ist, gilt das natürlich auch für den Stress in unserem Leben: Es sind unsere Gedanken, die den Stress verursachen, nicht die Dinge an sich.

Meine NLP-Ausbilderin hat das einmal so ausgedrückt: “Da draußen gibt es nur Tatsachen. Damit aus einer Tatsache Stress wird, muss man schon etwas dafür tun” (Susanne Lapp, NLP-Trainerin).

Und der Coach und Motivationstrainer Tony Robbins sagt: “Stress entsteht, wenn man die Dinge wichtiger macht, als sie sind” (Tony Robbins).

Vielleicht denkst du in der Situation aus dem Beispiel: “Das kann ich alles auf keinen Fall schaffen. Niemals, egal was ich tue”.

Es sind solche Gedanken, die den Stress erzeugen, nicht die Tatsache der zusätzlichen Arbeit an sich.

Aber stimmt das eigentlich wirklich, dass du die Arbeit nicht schaffen kannst, egal was du tust? Kannst du dir sicher sein, dass es absolut keine Möglichkeit gibt, die Steuervorbereitung rechtzeitig fertig zu bekommen, ohne das deine anderen Aufgaben deshalb hinten runterfallen?

Auch wenn es erst einmal nicht so aussieht: Vermutlich gibt es Wege, die Arbeit zu schaffen, auch ohne deshalb rund um die Uhr arbeiten zu müssen.

Das hat mir Kala, dem zweiten Prinzip zu tun.

2) Kala – es gibt keine Grenzen

Eine Bedeutung von Kala war ja, dass es immer mehrere Möglichkeiten gibt, etwas zu tun.

Bezogen auf unser Beispiel bedeutet das, dass du den Chef fragen könntest, ob er dich an anderen Stellen entlasten könnte. Vielleicht überlegt ihr auch zusammen, dass du für eine begrenzte Zeit im Homeoffice arbeiten könntest. So könntest du eine Stunde Wegzeit pro Tag sparen, die du zusätzlich für die Vorbereitung der Steuer zu Verfügung hättest.

Und selbst wenn das nicht geht, gibt es vielleicht Möglichkeiten die Steuervorbereitung effizienter zu gestalten. Eine Methode dafür könnte das Timeboxing sein.

Timeboxing bedeutet, sich feste Zeitvorgaben für die Erledigung seiner Aufgaben zu setzen. Studien bestätigen, dass die Effizienz dadurch gesteigert werden kann und Aufgaben weniger Zeit in Anspruch nehmen.

Dahinter steht das Parkinsonsche Gesetz, das man aus dem Projektmanagement kennt.

Du könntest auch mit dem Chef zusammen überlegen, was genau du eigentlich alles für die Steuervorbereitung machen musst und ob wirklich alle Unterlagen durchgesehen werden müssen. Vielleicht reicht es ja auch, die wichtigsten Dinge vorzubereiten und den Rest gemeinsam mit dem Steuerprüfer durchzugehen.

Du siehst, das, was vorher drohend über dir schwebte, ist bei näherem hinsehen vielleicht doch nicht so in Stein gemeißelt, wie es zunächst den Anschein hatte.

3) Makia – Energie folgt der Aufmerksamkeit

“Energie folgt der Aufmerksamkeit” bedeutet, dass wir sehr genau schauen sollten, worauf unser Fokus liegt. Denn dahin folgt unsere Energie.

Und das bedeutet auch: Wenn ich gar keinen Fokus auf irgendetwas habe, zerstreut sich meine Energie.

Statt also nach der Arbeit zur Zerstreuung Fernsehen zu schauen, Social Media Seiten durchzuscrollen oder Youtube-Videos zu schauen, könntest du ganz bewusst deinen Fokus auf die Dinge lenken, die eine Energie nach oben bringen.

Du könntest zum Beispiel nach der Arbeit eine oder zwei Haltestellen früher aussteigen, um etwas Bewegung zu bekommen. Vielleicht hast du ja sogar die Möglichkeit, im Stadtpark oder in einem nahegelegenen Wald etwas spazieren zu gehen. Du weißt ja, kaum etwas bringt unsere Energie so effektiv nach oben, wie der Aufenthalt in der Natur.

Huna-Philosophie: Der Fokus entscheidet

Nach der Arbeit eine kurze Runde durch den Stadtpark oder noch besser durch einen Wald zu gehen, kann wahre Wunder bewirken

Du könntest auch Atemmeditationen oder Yoga-Übungen machen, um deine Energie zu stärken. Oder du könntest dich mit Freunden treffen oder ins Sportstudio oder in die Sauna gehen.

Alles Dinge, die deine Energie wieder auffüllen, statt sie noch weiter zu zerstreuen.

So wärst du am nächsten Arbeitstag wieder ausgeruht und erholt, hättest weniger Stress in dir und könntest effektiver arbeiten und würdest schneller mit den Aufgaben vorankommen – was wiederum dazu beiträgt, dass dein Gefühl von Stress weiter abnehmen könnte.

4) Manawa – Jetzt ist der Moment der Macht

Wenn wir gestresst sind, dann häufig deshalb, weil wir mit unseren Gedanken in der Zukunft sind. Wir malen uns aus, was alles Schreckliches passieren könnte und sind dann von diesen Gedanken gestresst.

Der amerikanische Autor Mark Twain hat das einmal sehr treffend formuliert: „Ich bin ein alter Mann und habe viel Schreckliches erlebt, aber zum Glück ist das meiste davon nie eingetroffen“ (Mark Twain).

Wie sehr unsere Gedanken den Stress beeinflussen, den wir erleben, hatten wir vorhin schon gesehen. Manawa bedeutet, dass wir ganz bewusst versuchen sollten, ins Hier und Jetzt zurückzukehren – gerade auch, wenn wir im Stress sind.

Die Gegenwart ist in unserer westlichen Welt in den allermeisten Fällen ein Ort, an dem wir sicher sind und an dem wir keiner Bedrohung ausgesetzt sind. Deshalb nimmt unser Stress automatisch ab, wenn wir ins Hier und Jetzt zurückkehren.

In unserem Beispiel könntest du also bewusst mit verschiedenen Achtsamkeitstechniken in den gegenwärtigen Moment kommen. Auch Atemmeditationen und natürlich der Aufenthalt in der Natur sind sehr gute Möglichkeiten, ins Hier und Jetzt zu kommen.

In unserem Beispiel bedeutet Manawa auch, dass du überlegen könntest, inwieweit “Aufschieberitis” eine Rolle für deinen Stress spielt. Oft sind es nämlich die Dinge, die wir nicht tun, die uns aber im Kopf herumspuken, die den Stress verursachen.

Auch dazu gibt es ein schönes Zitat von Marie von Ebner-Eschenbach: “Müde macht nur die Arbeit, die wir liegen lassen, nicht jene, die wir tun.” (Marie von Ebner-Eschenbach).

Konzentriere dich darauf, welche Aufgaben du jetzt erledigen kannst, anstatt sie auf irgendwann in der Zukunft zu verschieben. Was kannst du jetzt tun, um dein Ziel, die Steuervorbereitung rechtzeitig zu schaffen, zu erreichen?

Erkundige dich nach Methoden, mit Prokrastination und “Aufschieberitis” umzugehen und integriere solche Methoden in deinen Arbeitsalltag. Auch das kann dazu beitragen, dass weniger gestresst bist und dich wieder mehr entspannen kannst.

5) Aloha – Lieben bedeutet, glücklich mit etwas oder jemandem zu sein

Wie kannst du das fünfte Prinzip aus der Huna-Philosophie in der beschriebenen Situation nutzen, um wieder in deine Mitte zurückzufinden?

Zum einen legt Aloha dir nahe, auch und gerade dann liebevoll mit dir selbst umzugehen, wenn andere Dinge viel wichtiger zu sein scheinen. Oft vergessen wir nämlich als erstes uns selbst, wenn es im Leben einmal stressig wird.

Dabei wäre eine gute Selbstfürsorge gerade dann wichtig, wenn wir im Stress sind. Weil es dann besonders wichtig ist, dass wir Zugang zu unseren Ressourcen und zu unserer Energie behalten.

“Die Zeit, sich zu entspannen, ist, wenn du keine Zeit dafür hast.”, sagt der amerikanische Journalist Sydney J. Harris treffend dazu.

Im obigen Beispiel solltest du also nach der Arbeit dein Augenmerk besonders auf eine gute Erholung richten. Du könntest dafür zum Beispiel am Wochenende ganz bewusst raus fahren und für einen Tapetenwechsel sorgen. Vielleicht könntest du sogar in ein Wellness-Hotel fahren, um dich zu regenerieren.

Eine gute Selbstfürsorge bedeutet auch, dass du dich bewusst in stressigen Zeiten (und auch außerhalb davon) um eine gute und gesunde Ernährung bemühst. Statt abends Chips vor dem Fernseher zu essen, könntest du zum Beispiel ein gesundes Abendessen mit deiner Partnerin oder deinem Partner zubereiten.

So füllst du nicht nur deine Energie mit dem gesunden Essen wieder auf, sondern auch durch die gesteigerte Nähe in der Beziehung.

Aloha hat aber noch eine weitere Bedeutung, die erst einmal weniger einleuchtend ist.

Die Magie der Komplimente

In unserem Beispiel gab es einen wenig kooperativen Arbeitskollegen, der dich alleine gelassen hat und über dessen Verhalten du sehr wütend bist. Statt diesen Kollegen nun in Gedanken zu beschimpfen und dich über ihn aufzuregen, legt Aloha dir das genaue Gegenteil nahe.

Nämlich diesem Kollegen bei jeder sich bietenden Gelegenheit Komplimente zu machen – direkt oder auch nur in Gedanken, wenn der Kollege für ein direktes Kompliment nicht offen ist. In der Huna-Philosophie spricht man vom Segnen oder “Blessings”.

Du könntest dem Kollegen Komplimente dafür machen, wie er aussieht, wie gut seine Kleidung aussieht, dafür, dass er jeden Tag zur Arbeit kommt, dafür dass er ehrlich bemüht ist, seine Arbeit gut zu erledigen, dafür, dass er hin und wieder den Kaffee kocht oder dafür, dass er gut für seine Familie sorgt.

Egal, was es ist, finde irgendetwas Gutes an deinem Kollegen und mache ihm dafür ein Kompliment. Wie gesagt, es spielt keine Rolle, ob du das mündlich oder in Gedanken machst (weil nach dem zweiten Prinzip ja alles mit allem verbunden ist).

Wenn du auf diese Weise mit deinem Kollegen umgehst (vorausgesetzt, dass du deine Komplimente ehrlich meinst), ist die Chance groß, dass er offener für dich und deine Situation wird und schließlich vielleicht sogar bereit ist, dir doch zu helfen.

Warum?

Weil Energie der Aufmerksamkeit folgt. Und gute Gedanken deshalb Gutes bewirken.

Kontrollieren kannst du das Verhalten deines Kollegen damit nicht. Aber wenn es einen Teil in ihm gibt, der für die positiven Gedanken empfänglich ist, dann ist die Chance groß, dass er sein Verhalten dir gegenüber ändern wird.

6) Mana – Alle Macht kommt von innen

Auch wenn du dich in dem Beispiel vielleicht überfordert fühlen würdest – mache dir klar, dass du die Macht hast, die Situation so zu gestalten, dass du mit ihr umgehen kannst.

Wie das gehen könnte, dazu haben wir schon einige Möglichkeiten gesehen.

Häufig ist das Problem nicht, dass wir nicht die Ressourcen besitzen, um mit einer Situation klarzukommen, sondern, dass wir keinen Zugriff auf diese Ressourcen haben.

Weil uns diese Ressourcen zum Beispiel gar nicht bewusst sind oder weil wir Glaubenssätze in uns haben, die den Zugang zu diesen Ressourcen blockieren (“Das kann ich sowieso nicht”).

Du könntest dir daher eine Liste mit allen Fähigkeiten und Kompetenzen machen, die du besitzt und die dir helfen können, mit der Situation besser umzugehen.

Das können Dinge sein, wie:

  • Ich kann gut kommunizieren
  • Meine Familie unterstützt mich
  • Vor meiner Haustür gibt es ein wundervolles Waldstück, in dem ich neue Energie tanken kann
  • Ich kann Ablenkungen gut ausblenden
  • oder irgendetwas ganz anderes…

Jetzt könntest du überlegen, zu welchen dieser Ressourcen du gerade keinen guten Zugang hast und daran arbeiten, den Zugang zu diesen Ressourcen zu verbessern.

Dazu gibt es viele hilfreiche Selbstcoaching-Methoden, die du genau für diesen Zweck einsetzen kannst. Oder du suchst dir einen guten Coach, mit dem du gemeinsam daran arbeitest, einen besseren Zugang zu deinen Ressourcen zu bekommen.

Denke immer daran: “Wenn es einen Glauben gibt, der Berge versetzen kann, so ist es der Glaube an die eigene Kraft“ (Marie von Ebner-Eschenbach).

“Wenn es einen Glauben gibt, der Berge versetzen kann, so ist es der Glaube an die eigene Kraft.“

Marie von Ebner-Eschenbach

Mache dir deine Ressourcen bewusst (“Selbstbewusstsein”) und vertraue darauf, dass du auf diese Ressourcen zugreifen kannst (“Selbstvertrauen”), dann kannst du auch mit schwierigen Situationen umgehen – das ist die Bedeutung von Mana.

7) Pono – Wahr ist, was funktioniert

Pono bedeutet, dass du in der beschriebenen Situation offen für alles sein solltest, was dir helfen kann, mit der Situation besser umzugehen.

Du solltest dich also zum Beispiel nicht auf eine einzige Zeitmanagement-Methode konzentrieren, sondern alles ausprobieren und nutzen, was dir weiterhelfen kann – selbst dann, wenn es auf den ersten Blick sehr ungewohnt sein sollte (wie vielleicht zum Beispiel das Komplimente-Machen aus dem Aloha-Abschnitt).

Dann schaust du, was für dich funktioniert und nutzt die Methoden und Ansätze, die für dich in dieser Situation die besten Ergebnisse liefern.

Dazu musst du dir natürlich erst einmal darüber klar werden, was du überhaupt erreichen willst. Du musst deine Ziele kennen, damit du entscheiden kannst, welche Methode und welches Werkzeug dir tatsächlich weiterhilft.

“Wer den Hafen nicht kennt, für den ist kein Wind günstig.”, sagt der römische Philosoph Seneca zu Recht.

Konkret:

Schreibe dir dein Ziel auf (“Bis zum 31.03. habe ich alle Unterlagen für die Steuerprüfung vorbereitet”) und unterteile es in einzelne Abschnitte und Unterabschnitte. Lege dann für jeden Schritt fest, bis wann du ihn erreicht haben willst.

So kannst du immer wieder überprüfen, wo du stehst und ob die Werkzeuge, die du einsetzt, dir helfen, effizienter und besser zu arbeiten.

Fazit

Das ist jetzt doch ein ziemlich langer Artikel über die Huna-Philosophie geworden. Danke, dass du bis hierhin dabei geblieben bist!

Die Huna-Philosophie ist in meinen Augen ein sehr wertvoller Erklärungsrahmen, der helfen kann, vieles im Leben besser zu verstehen und einzuordnen.

Was ich an der Huna-Philosophie besonders schätze, ist ihre Flexibilität.

Huna ist sehr undogmatisch und sagt von sich selbst, dass es nur eine von vielen Möglichkeiten ist, das Leben zu betrachten. Und je nachdem, welche Möglichkeit man nutzt – welche Brille man sich sozusagen aufsetzt – sieht das Leben ganz anders aus und bietet andere Möglichkeiten und Einschränkungen.

Ich hoffe, dass in diesem Artikel einige wertvolle Anregungen für dich dabei waren und dass dir der Artikel wertvolle Informationen zur Huna-Philosophie liefern konnte!