Eine Nahaufnahme eines blauen Auges.

Während der Traumphasen im Schlaf bewegen sich unsere Augen sehr schnell und intensiv hin und her. Diese Schlafphase wird daher REM-Phase genannt (Rapid Eye Movement).

Die Bewegung der Augen ist aber nicht nur während des Schlafens wichtig.

Aus den Neurowissenschaften wissen wir mittlerweile, dass unsere Blickrichtung eng mit den Vorgängen in unserem Gehirn verknüpft ist.

So werden zum Beispiel bestimmte Erinnerungen leichter aktiviert, wenn wir mit den Augen in die damit verbundene Richtung schauen.

Und auch die emotionale Schwere, die wir empfinden, wenn wir an ein Ereignis denken, ist eng mit der Stellung der Augen verknüpft.

Coaching-Techniken wie NLP (Neurolinguistisches Programmieren), emTrace®, Wingwave oder EMDR (Eye Movement Desensitization and Reprocessing) nutzen diesen Zusammenhang, um tiefliegende Emotionen zu aktivieren und aufzulösen.

Und auch du kannst das nutzen, um Stressgefühle herunterzuregulieren.

Und so funktioniert´s:

Denke an das Ereignis, das dir gerade Stress verursacht. Fühle in dich hinein, wo du den Stress im Körper spürst und wie sich dieses Gefühl im Körper anfühlt.

Dann “wanderst” du mit den Augen verschiedene Positionen ab. Beginne oben links, dann oben in der Mitte und dann oben rechts.

Halte den Kopf dabei still und bewege nur die Augen. Achte jeweils darauf, wie sich bei den verschiedenen Blickrichtungen dein Körperempfinden in Bezug auf den Stressauslöser verändert.

Wenn du die oberere “Reihe” fertig hast, senke die Blickrichtung etwas, so dass du gerade nach vorne blickst. Wandere wieder die drei Punkte ab: links, mitte, rechts.

Achte auch hier wieder auf dein Körperempfinden.

Schließlich machst du das gleiche noch einmal mit der Blickrichtung nach unten gerichtet.

Hier noch einmal das “Raster”:

Oben links, oben mittig, oben rechts.
Mitte links, Mitte mittig, Mitte rechts.
Unten links, unten mittig, unten rechts.

Finde den Punkte, an dem der Stressauslöser sich am wenigsten unangenehm anfühlt. Wenn du möchtest, kannst du dabei die Blickrichtung auch noch ein wenig “feinjustieren”.

Wenn du den Punkt mit dem angenehmsten (oder zumindest am wenigsten unangenehmen) Körperempfinden gefunden hast, halte deine Blickrichtung an dieser Stelle einfach für einige Sekunden.

So kann das Stressgefühl nachlassen und du kannst freier über das damit verbundene Ereignis nachdenken.

Noch ein Hinweis:

Die Übung ist als eine Art “Erste-Hilfe” in Stresssituationen gedacht, zum Beispiel, wenn du tagsüber auf der Arbeit ein unangenehmes Erlebnis hattest, das dich nicht zur Ruhe kommen lässt. Wer über einen längeren Zeitraum unter großem Stress steht, sollte unbedingt die Situation insgesamt verändern – evtl. auch mit professioneller Unterstützung. Du solltest die Übung auch nicht zur “Selbstbehandlung” schwerwiegender emotionaler Probleme einsetzen. Suche dir in solchen Fällen immer professionelle Unterstützung!