Sonnenlicht strömt durch Herbstblätter in einem Park.

Manchmal treffen wir im Leben falsche Entscheidungen. Wir machen Dinge, die wir im Nachhinein bereuen oder wir entscheiden uns, nichts zu machen und bereuen hinterher die verpasste Gelegenheit.

Solche Dinge gehören einfach zum Leben dazu, denn wir sind nun mal nicht perfekt (und müssen es auch nicht sein).

Wenn wir uns aber einfach nicht damit abfinden können, eine falsche Entscheidung getroffen zu haben und immer und immer wieder darüber nachdenken, warum wir es nicht anders gemacht haben, dann kreieren wir uns auf diese Weise eine permanente Quelle von Stress und Anspannung im Leben.

Und dann ist es wichtig, dass wir uns diese falsche Entscheidung vergeben und sie loslassen.

Denn “ver-geben” bedeutet nichts anderes, als etwas “weg-geben” und es loszulassen. Zu sagen: “Ab jetzt hat diese Sache keinen Platz mehr in meinem Hier und Jetzt”.

Und genau dabei kann die folgende kleine Mini-Übung helfen.

  • Suche dir bei deinem nächsten Waldspaziergang ein Blatt am Boden unter einem Baum.
  • Betrachte das Blatt genau. Welche Farbe hat es? Welche Form hat es? Wie fühlt es sich an? Wie riecht es?
  • Nimm nun einen “hätte”, “wäre”, “würde” Gedanken (“Hätte ich das damals bloß anders gemacht.”), der dir im Kopf herumgeht
  • Hefte diesen Gedanken in deiner Vorstellung an das Blatt. Vielleicht siehst du in deiner Vorstellung, wie der Gedanke auf das Blatt geschrieben steht.
  • Dann lass das Blatt los. Beobachte, wie das Blatt zusammen mit deinem Gedanken langsam zum Boden herabsegelt, vom Erdboden und der Erde aufgenommen wird und unter all den vielen anderen Blättern verschwindet.
  • Stelle dir vor, wie das Blatt zusammen mit dem Gedanken nun langsam von der Erde zersetzt und umgewandelt wird.
  • Bedanke dich bei dir selbst und bei der Erde dafür, dass du diesen Gedanken loslassen konntest.
  • Wenn du die Übung mit sehr hartnäckigen Gedanken machst, dann stell dir vor, dass du mit dem Blatt einen kleinen Aspekt des Gedanken loslassen konntest – so wie es viele Bäume an einem Baum gibt, die auf den Boden fallen können, kann dein Gedanke auch viele Aspekte haben, die du Stück für Stück loslassen kannst.
  • Wenn du magst, wiederhole die Übung an einem anderen Tag mit dem gleichen Gedanken noch einmal, in dem Bewusstsein, dass du nun einen anderen Aspekt des Gedankens loslassen kannst.

Durch das sichtbare Loslassen des Blattes mit dem damit verbundenen Gedanken, gibst du deinem Unterbewusstsein einen Impuls, den Gedanken tatsächlich für sich loszulassen.

Es geht bei der Übung also nicht darum, dass du anschließend nach Hause gehst und alles direkt “fluffy” ist. Aber der gesetzte Impuls kann in deinem Unterbewusstsein weiterarbeiten, so dass die Bedeutung des Gedankens immer weiter abnehmen kann.

Und übrigens:

Nirgendwo steht geschrieben, dass wir eine einmal getroffene Entscheidung für alle Zeiten beibehalten müssen. Wir haben jederzeit die Möglichkeit, unsere Entscheidung anzupassen oder uns komplett neu zu entscheiden.

Auch das kann ein hilfreicher Impuls sein, wenn es darum geht, hartnäckige “hätte”, “wäre”, “würde” Gedanken loszulassen. 

 

Noch ein Hinweis:
Die Übung ist nicht für schwerwiegende Probleme und damit zusammenhängende Gedanken gedacht. Wie immer gilt, dass du dir in solchen Fällen professionelle Unterstützung suchen solltest.