Person, die an einem nebligen Tag auf einem Waldweg geht.

Oft planen für unser Leben von vorne bis hinten durch. Wir erstellen ellenlange ToDo-Listen, die wir kaum abarbeiten können, und wundern uns dann, dass wir permanent gestresst sind.

Lass doch als Gegenpol dazu einfach mal den Schlendrian in deinem Leben Einzug halten. Jedenfalls kurzfristig.

Was meine ich damit?

Das Wort “Schlendrian” stammt aus dem Niederländischen slenteren und bedeutet eigentlich so viel wie sehr langsam rumlaufen. Im Deutschen wurde daraus das Schlendern, eine Bezeichnung für ein gemächliches, ziellosen Gehen.

Und daraus wurde der “Schlendrian”.

Der hat zwar im Allgemeinen eher einen negativen Beigeschmack, aber das Schlendern, das ebenfalls in dem Wort steckt, das eignet sich wunderbar, um unserem ToDo-Listen-Stress etwas entgegenzusetzen.

Bei deinem nächsten Natur- oder Waldspaziergang richte deinen Fokus doch einfach mal auf das Schlendern und das langsame, ziellose Herumgehen:

  • Schlendere langsam durch die Natur bzw. den Wald, in dem du unterwegs bist.
  • Überlege dir nicht vorher, welchen Weg du nehmen willst. Gehe einfach “der Nase nach” und lass dich überraschen, wohin dein Weg dich führt.
  • Nimm für diese Übung am besten eine Gegend, die du gut kennst, so dass du nach der Übung problemlos wieder zurückfindest. Mache die Übung keinesfalls in unbekanntem Gelände. Zur Sicherheit kannst du auch eine Karte oder eine Wander-App auf deinem Handy mitnehmen (das du dann aber nach Möglichkeit nur dann benutzen solltest, wenn es unbedingt sein muss. Stichwort “Digital Detox)
  • Schaue dich zwischendurch um, was es alles zu entdecken gibt. Gehe achtsam und mit offenen Sinnen umher.
  • Wenn du magst, kannst du Naturmaterialien sammeln (natürlich solltest du keine Pflanzenteile abreißen oder Tiere mitnehmen):
    • Einen Glücksbringer
    • Etwas in deiner Lieblingsfarbe
    • Etwas, das gut riecht
    • Etwas, das du verschenken könntest
    • Irgend etwas Nützliches
  • Wenn du magst, kannst du aus den Gegenständen auch ein Naturbild legen und ein Foto davon mit nach Hause nehmen. So musst du nicht alles mit dir herumtragen.
  • Wenn du die Übung eine Zeit lang gemacht hast, kehre zum Ausgangspunkt zurück und fühle in dich hinein, was das ziellose Umhergehen mit deinem Stressempfinden gemacht hat.

Bei mir war es meist mein Hund, der mich dazu gebracht hat, ziellos und einfach nur “der Nase nach” umherzugehen (wohl eher seiner Nase nach 😏).

Dann nämlich, wenn wir beim Waldspaziergang an eine Abzweigung gekommen sind, an der der gewohnte Weg in die eine Richtung ging, Jacky aber lieber in die andere Richtung wollte.

Manchmal habe ich nachgegeben und mit ihm zusammen ausprobiert, wohin uns so eine Abzweigung wohl führen könnte.

Es ist wirklich ein anders Gefühl, wenn man so durch den Wald geht und nicht einfach nur eine vorgegebene Strecke “abläuft”.

Und oft genug habe ich genau so die wundervollsten Wege und Stellen entdeckt!