Mit meinem Hund und meiner Kamera draußen im Wald unterwegs zu sein, gehört zu den schönsten Dingen, die ich mir vorstellen kann. 

In diesem Artikel möchte ich dir 9+1 Gründe nennen, warum die Waldfotografie auch für dich ein ideales Hobby sein könnte. Wenn du also vielleicht schon länger auf der Suche nach einem neuen Hobby bist, dann lies unbedingt weiter!

Waldfotografie? Was ist das überhaupt?

…fragst du dich jetzt vielleicht. Deshalb kurz zur Einführung ein paar Worte darüber, was sich hinter dem Begriff verbirgt.

Waldfotografie ist – wie der Name schon vermuten lässt – das Fotografieren im Wald. Damit stellt die Waldfotografie ein besonderes Gebiet der Natur- und Landschaftsfotografie dar.

Bei der Waldfotografie geht es darum, den Lebensraum Wald mit der Kamera zu erkunden und Szenen und Motive aus dem Wald fotografisch einzufangen.

Das ist nicht immer ganz leicht, schließlich gibt es kaum einen Lebensraum, in dem so viel „Gewusel“ herrscht, wie im Wald.

Andererseits bietet die Waldfotografie aber viele, viele Vorteile. Welche genau, darum geht´s im Folgenden.

Hier sind meine 10+1 Gründe, warum die Waldfotografie dein ideales Hobby sein könnte:

Nummer 1: Du hast einen Grund, regelmäßig raus in die Natur zu gehen

Es ist leicht, sich vorzunehmen, mehr Zeit in der Natur zu verbringen. Das dann aber auch wirklich zu tun, kann dagegen manchmal schon sehr viel schwieriger sein.

Allzu schnell kommen der Alltag, das Wetter oder aber auch nur die eigene Bequemlichkeit dazwischen und machen das Umsetzen der guten Vorsätze zu einer kleinen oder größeren Herausforderung.

Ein sonnenbeschienener Wald mit dichtem grünem Laub und zwei markanten Bäumen im Vordergrund.

Die Waldfotografie gibt dir einen Anreiz und einen Bestimmung, um nach draußen zu gehen.

Du gehst dann nicht einfach nur mal so in den Wald (was natürlich auch immer eine prima Idee ist), sondern du gehst in den Wald, um dort ganz konkret etwas zu tun.

Und zwar etwas, was die Spaß macht und auf das du dich freust.

Das macht es sehr viel leichter, sich nicht nur vorzunehmen, raus in die Natur zu gehen, sondern das dann auch wirklich zu tun.

Und: Die Waldfotografie motiviert dich dazu, wirklich bei jedem Wetter rauszugehen – die schönsten Aufnahmen entstehen nämlich oft gerade dann, wenn nicht den ganzen Tag die Sonne scheint!

Nummer 2: Es gib nur geringe Einstiegshürden

Anders als andere Hobbys, brauchst du für die Waldfotografie – zumindest am Anfang – nichts, was du nicht eigentlich sowieso schon zu Hause hast.

Vernünftige Kleidung, ordentliches Schuhwerk und eine Kamera. Das war´s eigentlich schon. Und sehr wahrscheinlich hast du alle diese Dinge bereits zu Hause.

Mit dem Smartphone starten

Um mit der Waldfotografie zu starten, brauchst du keine teure Kamera. Heutzutage haben die meisten von uns ein Smartphone und die integrierten Kameras sind oft sehr leistungsfähig und liefern gute Ergebnisse – oft selbst unter schwierigen Lichtverhältnissen.

Viele (eigentlich fast alle) Kameras bieten sogar verschiedene Objektive für Weitwinkel- und Teleaufnahmen.

Und auch Makroaufnahmen sind für die meisten moderneren Handys kein Problem.

Ein Smartphone liegt auf einem mit trockenem Laub bedeckten Waldboden, im Hintergrund sind Baumstämme und ein sonnenbeschienener Pfad zu sehen.

Für einige Handys gibt es sogar spezielle Aufschraubobjektive, mit denen man seine fotografischen Möglichkeiten mit dem Handy nochmals erweitern kann.

Natürlich ist die Bildqualität von solchen Aufschraubobjektiven und von Smartphones allgemein nicht mit der von professionelleren Kameras zu vergleichen.

Aber für den Anfang reicht es allemal.

Glaubst du nicht? Ich habe alle Bilder für diesen Artikel (mit Ausnahme des Bildes links bzw. oben mit dem Handy auf dem Waldboden) mit meinem Smartphone, einem LG ThinQ G8, aufgenommen. Das ist mittlerweile schon einige Jahre alt und war auch nie für seine herausrangenden Kameraqualitäten berühmt.

Bei Bedarf die Ausrüstung nach und nach erweitern

Wenn dann die Waldfotografie tatsächlich dein Hobby wird, kannst du später immer noch in eine bessere Ausrüstung investieren.

Dann möchtest du dir vielleicht eine Kompakt- oder sogar eine Systemkamera kaufen.

Später kommen dann vielleicht noch ein Stativ und verschiedene Objektive dazu, um deine Möglichkeiten zu erweitern.

Aber denk daran, du musst nicht alles auf einmal kaufen.

Nimm dir Zeit, lerne die Grundlagen der Waldfotografie kennen und investiere dann in die Ausrüstung, die du wirklich brauchst und die deinen Anforderungen entspricht.

Nummer 3: Waldfotografie entschleunigt

Die Waldfotografie ist eine wunderbare Möglichkeit, um runterzukommen und dem Alltagsstress zu entfliehen.

Wenn du im Wald unterwegs bist, wirst du automatisch ruhiger und gelassener. Die Energie des Waldes und die Ruhe, die die Bäume ausstrahlen, färben auf dich ab.

So wirst du ganz automatisch ruhiger und gelassener.

Du kommst zur Ruhe – und das auch im wörtlichen Sinn. Denn im Wald kannst du den Zivilisationslärm hinter dir lassen und findest auch rein akustische Ruhe.

Das einzige, was im Wald zu hören ist, sind natürliche Geräusche, insbesondere der Gesang der Vögel. Und der hat sogar zusätzliche eine beruhigende Wirkung – das haben Studien bestätigt.

Aber auch visuell kannst du im Wald zur Ruhe kommen. Das Lichtspiels des Sonnenlichts im Blätterdach hat nämlich ebenfalls eine beruhigende Wirkung und soll Bereiche des Gehirns aktivieren, die normalerweise während des Meditierens aktiv sind.

In Japan – dem Ursprungsland des Waldbadens (Shinrin-yoku) gibt es sogar ein eigenes Wort dafür: Komorebi.

All das trägt dazu bei, das jeder Aufenthalt im Wald, den du für die Waldfotografie nutzt, zu einem Kurzurlaub für Körper, Geist und Seele wird.

Nummer 4: Du tust etwas für deine Gesundheit

Wer regelmäßig rausgeht, tut aktiv etwas für seine Gesundheit. Die Waldfotografie kann damit auch unter diesem Aspekt ein ideales Hobby für dich sein.

Und das gleich auf mehreren Ebenen:

Körperliche Gesundheit

Alleine schon der Umstand, dass du bei der Waldfotografie durch den Wald gehst und so aktiv bist, trägt dazu bei, dass du etwas für deine Gesundheit tust.

Dazu kommt:

Die Wege in einem Wald sind oft uneben und holprig, kleinere Pfade sind zudem teilweise von Wurzeln durchsetzt oder es wachsen Pflanzen in den Weg hinein, denen man beim Gehen ausweichen muss.

Ein sonnenbeschienener Wald mit hohen Bäumen und dichtem Grün, darunter Farne und Büsche, der einen schmalen, grasbewachsenen Pfad umgibt.

Das Gehen in solchem Gelände ist zwar ebenfalls noch kein Hochleistungssport, aber teilweise durchaus anspruchsvoll – und schraubt dein Aktivitätslevel weiter nach oben, was deiner Gesundheit zusätzlich zu Gute kommt.

Und wer die Wege komplett verlässt (bitte vorher erkundigen, ob das in „deinem“ Waldstück erlaubt ist), geht vielleicht sogar über weiche Moospolster und trainiert damit gleichzeitig noch seinen Gleichgewichtssinn.

Vor allem mit zunehmenden Alter ist so ein Gleichgewichtstraining von unschätzbarem Wert, trägt es doch dazu bei, sich sicherer zu bewegen und Stürze zu vermeiden.

Bei all dem gilt natürlich, dass die eigene Sicherheit immer höchstes Gebot ist.

Passe deine „Wegeauswahl“ deshalb unbedingt immer deinen Fähigkeiten an und achte auch auf die typischen Gefahren, die es im Wald eben auch gibt: Abgestorbene Äste, die herunterfallen können, Sturmschäden, Wurzeln, über die man stolpern könnte und anderes.

Mit ein bisschen gesundem Menschenverstand sollte das alles aber kein Problem sein, so dass du dich sicher im Wald bewegen kannst.

Neben der gesteigerten Aktivität haben der Wald und die Waldfotografie aber noch weitere gesundheitsfördernde Vorteile zu bieten.

Ich spreche vom „heilsamen Trio des Waldes“, wie der Waldbaden-Coach Jörg Meier es nennt. Zwei der drei Faktoren dieses heilsamen Trios spielen eine wichtige Rolle bei der Gesundheitsprophylaxe (zum dritten Faktor kommen wir gleich auch noch).

Waldluft ist gesund

Die erste der drei Säulen: Die Sauerstoffanionen in der Waldluft. Anionen sind negativ geladene Atome – in diesem Fall negativ geladene Sauerstoffatome.

Und davon gibt es in der Waldluft eine Menge.

Kommen diese negativ geladenen Sauerstoffatome aus der Waldluft beim Einatmen in Kontakt mit den feinen Flimmerhärchen deiner Bronchien, geben sie dort einen Teil ihrer Ladung ab.

Das führt dazu, dass die Flimmerhärchen sich aufrichten und dadurch ihre Filterfunktion für die Atemluft viel besser erfüllen können.

Im Wald atmest du daher gleich in zweifacher Hinsicht besonders reine Luft ein.

Zum einen, weil deine Bronchien mit Hilfe der Sauerstoffanionen die Luft beim Einatmen besonders gut filtern können. Zum anderen aber auch, weil bereits die Blätter der Bäume die Luft filtern, so dass Waldluft meist eine besonders gute Qualität hat.

Beides zusammen sorgt dafür, dass frische Waldluft ein wahres Gesundheitselixier ist. Dazu kommt, dass Waldluft generell reich an Sauerstoff ist, weil die Pflanzen den in großen Mengen während des Tages produzieren.

Übrigens: Die erwähnten Sauerstoffanionen werden vor allem bei feuchter Luft und leichtem Regen gebildet, wenn die Feuchtigkeit der Luft über die Blätter der Bäume perlt.

Grund genug also, auch bei scheinbar „schlechtem“ Wetter raus in die Natur zu gehen!

Die positive Wirkung von Phytonziden und Terpenen

Pflanzen produzieren aber nicht nur Sauerstoff. In den letzten Jahren sind die sog. Phytonzide und Terpene zunehmend in den Blick der Forschung gerückt.

Phytonzide – eine spezielle Gruppe von Stoffen innerhalb der Terpene – haben antibiotische bzw. antimikrobielle Wirkungen und werden von den Bäumen vor allem zur Abwehr von Pilzen in die Luft abgegeben.

Ein großer Baum mit dicken Ästen und üppigem grünem Laub steht in einem dichten Wald, umgeben von Grün und Unterholz.

Das Interessante dabei: Phytonzide schützen nicht nur die Bäume vor Pilzbefall. Sie haben gleichzeitig einen positiven Einfluss auf den menschlichen Organismus.

In Versuchen konnte gezeigt werden, dass Phytonzide nicht nur die Konzentration an Stresshormonen im Körper senken konnte, sondern dass zusätzlich die Aktivität und die Anzahl sog. NK-Killerzellen zunahm – wichtige Bausteine des Immunsystems bei der Krebsabwehr.

Die Gruppe der Terpene (manchmal auch Terpenoide genannt) – sozusagen die Obergruppe der Phytonzide – umfasst über 8000 verschiedene Substanzen, die von den Bäumen abgegeben werden und die eine wichtige Rolle bei der Kommunikation der Bäume untereinander spielen.

Wusstest du, dass Bäume sich gegenseitig vor Fressfeinden, wie Insekten, warnen? Natürlich rufen sich die Bäume keine Warnungen zu – dafür nutzen sie die Terpene, die sie bei einem „Insektenangriff“ in großen Mengen in die Luft abgegeben.

Terpene stellen einen der Hauptbestandteile der Waldaerosole dar - und sie haben ebenfalls eine positive Wirkung auf unsere Gesundheit!

So konnten neuere Forschungen an Tieren entzündungshemmende, immunsteigernde, nervenschützende und sogar krebshemmende Wirkungen der Terpene nachweisen.

Diese positiven Wirkungen der Terpene auf die Gesundheit sind aber nicht erst seit heute bekannt. Menschen nutzen Terpene in Form von ätherischen Pflanzenölen bereits seit Jahrtausenden.

Bestimmt kennst du ätherische Pflanzenöle wie zum Beispiel das Latschenkieferöl, das gerne für den Aufguss in der Sauna verwendet wird oder das Pfefferminzöl, dem eine anregende Wirkung auf den Organismus nachgesagt wird.

Auch die Aromatherapie nutzt die vielfältigen positiven Wirkungen der Terpene auf den menschlichen Organismus.

Und du kannst das auch – jedes Mal ganz automatisch, wenn du bei der Waldfotografie im Wald unterwegs bist!

Waldfotografie stärkt deine mentale Gesundheit

Eng verbunden mit der körperlichen Gesundheit ist natürlich auch die mentale Gesundheit. Denn wie sagten schon die alten Römer? „Mens sana in corpore sano“ – ein gesunder Geist in einem gesunden Körper.

Und hier kommt der dritte Faktor des „heilsamen Trios der Waldes“ ins Spiel – der sogenannte Mikrobennebel.

Was ist das?

Der Waldboden lebt, und das nicht wenig! Eine Hand voll Waldboden enthält bis zu 40.000 verschiedene Bakterienarten.

Sonnenlicht fällt durch einen dichten Wald und beleuchtet grünes Moos und Laub im Vordergrund.

Und viele davon haben ebenfalls eine positive Wirkung auf unsere Gesundheit!

Denn anders, als es und die Werbung für Desinfektionsmittel weismachen will, sind Bakterien nicht immer schlecht für uns.

Tatsächlich haben nur die wenigsten Bakterienarten eine krankmachende (pathogene) Wirkung.

Im Gegenteil:

Viele Bakterien haben nicht nur eine positive Wirkung auf unsere Gesundheit, sondern sind sogar essentiell für das Funktionieren unseres Organismus (wie zum Beispiel die Bakterienflora in unserem Darm).

Und viele dieser „guten“ Bakterien leben im Waldboden – unter anderem das Mycobakterium vaccae, das von der Forschung am besten untersucht wurde und dem viele positive Wirkungen auf unsere Gesundheit nachgewiesen werden konnten.

Unter anderem konnte in Versuchen an Mäusen gezeigt werden, dass dieses Bakterium Substanzen abgibt, die eine antidepressive und stimmungsaufhellende Wirkung haben.

Auch eine positive Wirkung auf die kognitiven Funktionen des Gehirns (die Leistungsfähigkeit des Gehirns) konnte in Versuchen nachgewiesen werden.

Und: Eine amerikanische Firma hält ein Patent auf den Einsatz von Mycobakterium vaccae zur Behandlung des chronischen Müdigkeitssyndroms.

Zum Glück bekommst du alle diese positiven Wirkungen völlig kostenlos, wenn du dich regelmäßig im Wald aufhältst und (vielleicht) deinem neuen Hobby Waldfotografie nachgehst 😀.

Nummer 5: Wald ist so gut wie überall leicht zugänglich

Fast überall hast du die Möglichkeit, relativ einfach und unkompliziert ein Waldstück zu erreichen. Und oft weiß man auch gar nicht, welche tollen Möglichkeiten es direkt vor der eigenen Haustür gibt.

Ich bin mit meinem Hund Jacky relativ oft umgezogen. Und manchmal habe ich schon ein oder zwei Jahre an einem Ort gewohnt, bevor ich (häufig dank Jacky) ganz neue und schöne Waldstücke entdeckt habe, die ich vorher nie gesehen hatte.

Hilfreich können in diesem Zusammenhang Wander-Apps sein, in denen andere Nutzer Bewertungen für Touren hinterlassen können, die sie gemacht haben. Auch so habe ich schon schöne Wege und Waldabschnitte gefunden, die sich wunderbar für die Waldfotografie eignen.

Ich selbst nutze übrigens Komoot, eine App, die ich dir sehr empfehlen kann.

Aber selbst, wenn du in der Stadt wohnst, gibt es bestimmt irgendwo in der Nähe eine kleine oder größere Parkanlage. Und viele Stadtparks haben Abschnitte, die zumindest ein wenig das Gefühl aufkommen lassen, in einem Wald zu stehen.

Das ist dann zwar kein „richtiger“ Wald, aber auch dort kannst du tolle Aufnahmen machen und viele der bereits erwähnten Vorteile der Waldfotografie erleben.

Gerade in solchen Parkanlagen gibt es manchmal auch besonders alte und eindrucksvolle Bäume – häufig Ginko- oder Mammutbäume – die du fotografisch „erkunden“ kannst. So kannst du auch mitten in der Stadt faszinierende Waldfotos schaffen.

Mehr und mehr rückt in vielen Städten zudem auch die Tiny Forest - Bewegung in den Blickpunkt der Stadtplaner.

Tini Forests sind kleine Mini-Wäldchen, die die Städte grüner und klimaresistenter machen sollen. Und auch die eignen sich, um die Waldfotografie in der Stadt auszuüben.

Auch in Deutschland gibt es in einigen Städten bereits Tiny Forests. Andere planen zumindest die Anlage eines solchen Mini-Wäldchens in absehbarer Zeit.

Eine Übersicht über Tiny Forests in deutschen Städten findest du hier.

Wälder fotografieren ist also zumindest bei uns in Deutschland fast überall möglich. Anders als bei vielen anderen Hobbys, musst du also nicht erst meilenweit fahren, um dem Hobby Waldfotografie nachzugehen.

Nummer 6: Waldfotografie ist ein ganzjähriges Hobby

Anders als viele andere Hobbys, wie Ski-, Rad-, oder Kanufahren, ist Waldfotografie ein Hobby, das du das ganze Jahr hindurch ausüben kannst. Denn jede Jahreszeit hat im Wald ihren eigenen Reiz und bietet einzigartige Motive und Lichtstimmungen.

Im Frühling ist es zunächst der Kontrast zwischen den blühenden Pflanzen am Waldboden und den noch kahlen Bäumen, der tolle Fotos ermöglicht. Später taucht dann das erste, frische Grüne der Bäume den Wald in eine ganz eigene Stimmung.

Der Sommer bietet dann wiederum ganz eigene Motive. Dann sind es vor allem die Lichtspiele im Blätterdach der Bäume und das Spiel von Licht und Schatten am Boden, die im Wald für jede Menge Fotomotive sorgen.

Ein nebliger Waldweg, umgeben von hohen Bäumen und dichtem Laub in einem Wald.

Später im Hebst, wenn die Blätter sich verfärben, findest du wiederum ganz eigene Lichtstimmungen und Motive im Wald. Der „Goldene Herbst“ ist sogar geradezu berühmt für seine tollen Fotomöglichkeiten. Aber selbst im dichten Herbstnebel kannst du beeindruckende Aufnahmen machen.

Schließlich kommt der Winter und taucht den Wald in eine dunkle, mystische Atmosphäre. Die kahlen Bäume und die düstere Stimmung bieten wiederum ganz eigene Möglichkeiten für berührende und tiefsinnige Fotos.

So kannst du den gleichen Ort in verschiedenen Jahreszeiten besuchen und wirst jedes Mal etwas Neues entdecken. Die Möglichkeiten sind endlos und bieten unendliche Inspiration für das Fotografieren im Wald.

Und das macht die Waldfotografie zu einem idealen Ganzjahreshobby.

Nummer 7: Du kannst deine Kreativität ausleben

Kreativ zu sein und die eigene Kreativität auszudrücken, sind Grundbedürfnisse von uns Menschen. Es gibt kaum ein Kind, das nicht gerne malt. Beim Spielen denken sich Kinder immer wieder neue Spiele aus. Und auch Singen und Musizieren gehört zu den Lieblingsbeschäftigungen der meisten Kinder.

Leider vergessen wir als Erwachsene oft, dass kreativ zu sein, ein wichtiges Bedürfnis von uns ist und sogar zu unserer mentalen Gesundheit beiträgt.

Die Waldfotografie bietet eine fantastische Möglichkeit, das wieder in den Blick zu rücken und die eigene Kreativität auszuleben.

Und das ist ein weiterer Grund dafür, warum die Waldfotografie ein ideales Hobby für dich sein könnte.

Motivsuche und Bildkomposition

Der Wald bietet unendlich viele Motive, von den farbenprächtigen Waldblumen im Frühling über die grünen Blätterdächer im Sommer und das goldene Licht des Herbstes bis hin zu den mystischen Nebelstimmungen im Winter.

Dabei ist schon die Suche nach dem perfekten Motiv ein kreativer Prozess an sich.

Du betrachtest die Umgebung mit einem künstlerischen Auge, achtest auf Licht, Farben und Formen und überlegst dir, wie du all diese Elemente am besten in deinem Bild arrangierst.

Du entscheidest, welchen Bildausschnitt du wählen willst, welche Kameraeinstellungen du anwendest und vielleicht sogar, ob du ein Teleobjektiv oder ein Weitwinkelobjektiv verwendest, um deine Vision einzufangen.

In jedem einzelnen dieser Schritte kommt deine Kreativität zum Ausdruck. Und am Ende hast du etwas geschaffen, was es vorher nicht gab.

Und genau das bedeutet Kreativität: Etwas Neues zu erschaffen.

Aber der kreative Prozess hört damit noch nicht auf.

Bildbearbeitung als kreatives Werkzeug

Denn auch die Bildbearbeitung am Computer eröffnet dir ein weites Feld kreativer Möglichkeiten.

Du kannst bestimmte Bereiche des Bildes hervorheben, die Farben anpassen und so deine persönliche Note hinzufügen.

Du kannst den Bildausschnitt verändern, gezielt das Bild an einigen Stellen etwas weichzeichnen oder schärfen oder Bildbereiche abdunkeln und andere aufhellen, um ihnen mehr Bedeutung zu verleihen.

Durch die Bildbearbeitung kannst du deine Fotos weiter verfeinern und deine kreativen Ideen umsetzen.

Mir macht die Bildbearbeitung am Computer extrem viel Spaß. Und ganz nebenbei senkt die Nachbearbeitung von Naturaufnahmen sogar das Stresslevel, denn alleine schon das Betrachten von Naturbildern entspannt und beruhigt das Nervensystem.

Und:

Du brauchst noch nicht einmal einen Computer dazu. Es gibt eine Reihe von Apps, mit denen du deine Bilder direkt auf dem Handy bearbeiten kannst.

Meine Empfehlung: Schau dir die App „Snapseed“ von Google an. Die bietet sehr umfassende und gleichzeitig einfach zu handhabende Möglichkeiten, auch anspruchsvolle Bildbearbeitungen durchzuführen (Tipp: Probiere unbedingt den „Ambiente“-Filter bei den Feinabstimmungen aus!).

Falls du deine Bilder lieber am Computer bearbeiten willst, kann ich dir das Programm Luminar Neo von Skylum empfehlen.

Ich nutze das Programm selbst sehr intensiv und bin jedes Mal wieder überrascht, was mit Luminar in der kreativen Bildbearbeitung alles möglich ist.

Präsentation und Teilen deiner Werke

Der kreative Prozess ist aber auch nach der Bearbeitung deiner Bilder noch nicht zu Ende. Denn deine Waldfotos müssen und sollten nicht auf deiner Festplatte versauern.

Es gibt heutzutage viele Möglichkeiten, mehr aus den eigenen Bildern zu machen und seine Fotos zu präsentieren und mit anderen zu teilen.

Und auch da kannst du wirklich kreativ werden!

Du kannst zum Beispiel Wandkalender oder Kunstdrucke erstellen und deinen Freunden schenken.

Oder du gestaltest Fotobücher mit deinen Waldfotos, die du verschenken oder auch selbst anschauen kannst, um dich immer wieder an deine Erlebnisse vor Ort im Wald zu erinnern.

All diese Möglichkeiten sind weitere Stufen im kreativen Prozess mit denen du nicht nur deine Kreativität ausleben, sondern vielleicht sogar auch noch andere Menschen inspirieren und ihren Tag ein klein wenig schöner machen kannst.

Nummer 8: Du nimmst ein Ergebnis mit nach Hause

Etwas Neues zu erschaffen, wie zum Beispiel die Bilder auf einer Fototour durch den Wald, ist aber nicht nur sehr erfüllend, weil du damit deine Kreativität ausleben kannst.

Am Ende des Tages konkret sehen zu können, was man geschafft hat, kann nämlich an sich schon eine sehr schöne Erfahrung sein. Viele Handwerker empfinden ihre Arbeit genau deshalb als sehr befriedigend.

Und genau das trifft auch auf die Waldfotografie zu.

Alleine schon der Umstand, dass du ein konkretes Ergebnis deiner Arbeit in Form von Bildern am Ende des Tages in deinen Händen hältst, macht die Waldfotografie zu einem sehr erfüllenden Hobby.

Ein Waldweg schlängelt sich durch einen dichten Wald mit hohen Bäumen und üppigen grünen Farnen im Sonnenlicht.

Dazu kommt, dass du deine Fotos später zu Hause wieder betrachten kannst und dich immer wieder an die Erlebnisse zurückerinnern kannst, die mit diesen Bildern verbunden sind.

Deine Bilder sind damit mehr als einfach nur Bilder.

Du erinnerst dich an den Ort, das Wetter und deine Gefühle und Gedanken in diesem Moment. All diese Erinnerungen sind in deinem Gedächtnis gespeichert und werden beim Betrachten deiner Bilder aktiviert.

Im NLP – dem Neurolinguistischem Programmieren – spricht man von sogenannten Ankern. Die Bilder verankern deine Erlebnisse im Wald und bekommen dadurch eine ganz persönliche Note.

Und wie bereits erwähnt, senkt das Betrachten von Naturbildern gleichzeitig auch das Stresslevel und die Konzentration von Stresshormonen im Blut – ein Effekt, der noch verstärkt wird, wenn die betrachten Bilder eine persönliche Erinnerung an schöne Stunden im Wald sind.

Nummer 9: Waldfotografie vertieft deine Verbundenheit zur Natur

Die Nummer 9 ist für mich gleichzeitig der wichtigste Grund, weshalb ich die Waldfotografie so liebe:

Waldfotografie verbindet dich wieder mit der Natur.

Und zwar ganz konkret, nicht nur als philosophisches Konzept. Wenn ich draußen im Wald unterwegs bin, rieche ich die Luft im Wald. Ich spüre die Elemente auf meiner Haut und ich fühle mich wieder im Einklang mit dem Leben um mich herum.

Ich kann mir kaum etwas Schöneres vorstellen, als so durch den Wald zu streifen und bei jedem Schritt die Verbindung zur Erde zu spüren -– und das sogar in unseren meist doch eher wenig natürlichen Forstwäldern.

Natur tut einfach gut. Und bei der Waldfotografie spürt man das jedes Mal, wenn man seinem Hobby nachgeht.

Und dazu kommt noch etwas: Waldfotografie ist eine Achtsamkeitspraxis.

Waldfotografie als Achtsamkeitsübung

Achtsamkeit bedeutet, mit allen Sinnen im Hier und Jetzt zu sein, gegenwärtig zu sein und den gegenwärtigen Moment bewusst wahrzunehmen.

Und wenn du im Wald unterwegs bist und nach den perfekten Motiven suchst, praktizierst du das ganz automatisch. Du bist ganz im Hier und Jetzt, nimmst deine Umgebung mit allen Sinnen wahr und bist offen für das, was dich umgibt.

Die Suche nach dem richtigen Motiv, der passende Bildaufbau, das Spiel mit Licht und Schatten – all das erfordert deine volle Aufmerksamkeit und lenkt deine Gedanken auf den Moment.

Du bist ganz im Hier und Jetzt und lässt alle anderen Gedanken los.

Du kannst das Fotografieren im Wald sogar mit verschiedenen Achtsamkeitstechniken kombinieren, zum Beispiel, wenn du ein Stück Weg bis zu deinem nächsten „Foto-Spot“ zurücklegen musst.

Dann könntest zu eine „Walking Meditation“, eine Gehmeditation, machen oder die Technik „Fokus-Wort“ praktizieren, die ich in den Bear Power Übungen beschreibe.

Nahaufnahme einer mit grünem Moos bedeckten Baumrinde. Die strukturierte Oberfläche weist verschiedene Grün- und Brauntöne auf.

Oder du versuchst, im Wald ein Foto von etwas zu machen, das man nicht sehen kann. Du könntest versuchen, ein Foto vom Wind in den Bäumen zu machen. Oder ein Foto von der Idee, dass das Leben immer einen Weg findet.

So wird die Waldfotografie zur Achtsamkeitsübung und hilft dir, deinen Alltag und deine Sorgen hinter dir zu lassen und dich ganz auf die Schönheit der Natur um dich herum zu konzentrieren.

Wenn ich mit meiner Kamera im Wald (oder ganz allgemein in der Natur) unterwegs bin, dann vergesse ich alles andere und bin komplett auf die Natur und das Fotografieren fokussiert.

Das hilft mir sehr, den Alltagsstress für eine Zeit lang hinter mir zur lassen und mit frischer Energie von meinen Fotoausflügen zurückzukommen.

Verbundenheit durch Wissen

Achtsamkeit ist aber nicht das einzige, was dich bei der Waldfotografie tiefer mit der Natur verbindet.

Denn wer regelmäßig in der Natur fotografiert, der will früher oder später mehr über die Tiere und Pflanzen erfahren, die er da fotografiert.

Welche Art ist das, die man da vor der Kamera hat? Wie verhalten sich die verschiedenen Tiere in verschiedenen Situationen? Warum stehen bestimmte Pflanzen nur an bestimmten Orten?

Je mehr du dich mit der Waldfotografie beschäftigst, desto mehr wirst du ein Bedürfnis entwickeln, Antworten auf solche und ähnliche Fragen zu finden.

Du wirst neugierig auf die Pflanzen- und Tierarten, die du entdeckst, und nutzt vielleicht sogar Apps zur Pflanzen- oder Tierbestimmung. Dieses Faktenwissen verstärkt deine Verbindung zur Natur und ermöglicht eine Art intuitive Kommunikation mit deiner Umgebung.

Der Autor Serge Kahili King, der die Huna-Philosophie im Westen bekannt gemacht hat, erläutert das in einem seiner Bücher am Beispiel eines „Meistermechanikers“, der seine Motoren in- und auswendig kennt.

Sein umfangreiches Wissens über die Funktionsweise und die Technik von Motoren ermöglicht es ihm, ganz intuitiv ein Gefühl dafür zu entwickeln, welche Ursache eine Fehlfunktion haben könnte.

Intuition und Wissen gehen Hand in Hand - die Intuition wird durch dein Wissen verstärkt. Je mehr du über die Natur und ihre Geheimnisse lernst, desto stärker wird deine Intuition und desto tiefer wird deine Verbindung zur Natur.

Nummer 9+1: Der wichtigste Grund - dein eigener Grund

Kommen wir zum letzten und wichtigsten Grund dafür, dass die Waldfotografie dein ideales Hobby werden könnte.

Warum ist das Nummer 9+1 und nicht Nummer 10?

Ganz einfach, weil dieser letzte Grund dein eigener, ganz persönlicher Grund ist, warum Waldfotografie dein ideales Hobby sein könnte.

Wenn du nämlich tatsächlich damit anfängst, mit der Kamera öfters in den Wald zu gehen, wirst du irgendwann dein WARUM entdecken. Deinen Grund, warum der Wald und die Waldfotografie für dich wichtig sind.

Und wenn du den gefunden hast, dann würde ich mich sehr darüber freuen, dieses Warum von dir zu erfahren.

Schreibe mir dazu gerne einen Kommentar!