Reconnect with Nature

Mit der Natur verbunden zurück in seine Mitte finden

Reconnect with Nature

Falls du dich fragst, warum und wie ausgerechnet mehr Natur und eine tiefere Verbundenheit mit Natur dir dabei helfen sollen, ruhiger und gelassener zu werden und besser mit all dem Stress und den Anforderungen umzugehen, die jeden Tag auf uns hereinprasseln, auf dieser Seite findest du (m)eine Antwort auf diese Fragen.

Du erfährst unter anderen,

    • warum ich glaube, dass die Natur eine ganz besondere Kraft für uns bereithält, die unser Leben auf allen Ebenen bereichern kann,
    • was der eigentliche Grund dafür ist, dass wir permanent gestresst sind - selbst dann, wenn wir eigentlich keinen akuten Stress erleben,
    • wieso eine tiefere Verbundenheit mit Natur uns dabei helfen kann, unsere innere Ruhe wiederzufinden, unsere Resilienz zu steigern und mit stressvollen Situationen besser umgehen zu können,
    • warum wie mehr Entspannung in der Natur finden können, wenn wir die Natur bewusst erleben und uns klar machen, dass wir ein Teil der Natur sind,
    • und was ein japanischer Hochgeschwindigkeitszug mit all dem zu tun hat.

    Rückverbindung mit der Natur?

    Mit Anfang 20 hatte ich einmal ein sehr eindrückliches Erlebnis, als ich morgens von einer Party mit dem Fahrrad nach Hause gefahren bin.

    Die ersten Sonnenstrahlen schienen durch die Bäume des Waldes durch den ich gerade fuhr, als ich plötzlich ein Gefühl der Verbundenheit mit der Natur um mich herum in mir gespürt habe, das so intensiv war, das es mich fast vom Fahrrad gehauen hat.

    Noch heute, über 30 Jahre später, kann ich die Kraft hinter diesem Gefühl in mir spüren.

    Und dass, obwohl der Wald, durch den ich damals gefahren bin, eigentlich nicht einmal besonders schön war. Nur ein Forst wie jeder andere.

    Dieses Erlebnis hat mir gezeigt, wie sehr die Natur zu einer wahren Kraftquelle in unserem Leben werden kann, wenn wir eine tiefe Verbindung zu ihr aufbauen können.

    Sich wieder mit der Natur zu verbinden, die Verbundenheit mit der Natur und dem Leben wieder zu spüren, ist daher sozusagen der rote Faden, der sich durch alles hier bei Flowfeather zieht.

    Krisenhafte Zeiten

    Wie leben in einer sehr turbulenten Zeit, die von neuen Entwicklungen in allen Bereichen der Gesellschaft, von Umbrüchen und Unsicherheiten und mehr und mehr auch von Krisen und einem immer aggressiver werdenden gesellschaftlichen Klima gekennzeichnet ist.

    Dazu kommen auf globaler Ebene Klimawandel, Abholzung der Tropenwälder, Verschmutzung der Weltmeere und ein Artensterben in unvorstellbarem Ausmaß - um nur einige der Probleme zu nennen.

    Und auch auf der persönlichen Ebene sieht es nicht besser aus.

    Inflation, Mietexplosion, ein permanent steigender Arbeitsstress, Sorgen um den Verlust des Arbeitsplatzes, bröckelnde Beziehungsgefüge, Einsamkeit, Isolation und eine scheinbar immer unsicherer werdende Zukunftsperspektive.

    Natürlich ist nicht alles negativ und man sollte sich ja eigentlich auch mehr auf die positiven Dinge im Leben fokussieren.

    Aber:

    Die beschriebenen Entwicklungen sind da und lassen sich nicht einfach leugnen. Und das wäre auch nicht gut.

    Viel besser ist es, sich einmal zu fragen, welche Gründe es dafür geben könnte, dass wir heute all diese Probleme haben, mit denen wir uns täglich herumschlagen - global und jeder einzelne von uns in seinem Alltag.

    Denn das könnte einen Ansatz dafür liefern, wie wir mit diesen Krisen besser umgehen könnten.

    Wie sind wir eigentlich dahin gekommen, wo wir heute stehen?

    Natürlich haben gesellschaftliche Entwicklungen immer viele Gründe, die in der Summe zu irgendeinem Ist-Zustand führen.

    Und zu vielen davon kann ich nichts sagen, weil mir dazu einfach die Fachkenntnisse fehlen. Ich bin eben kein Soziologie, Politologe oder Wirtschaftswissenschaftler.

    Trotzdem glaube ich sagen zu können, dass ein wesentlicher Grund für unsere heutigen Probleme die Überbetonung des Verstandes und des rationalen Denkens in unserer modernen Welt ist.

    Eine Gruppe von Menschen sitzt vor einem Computerbildschirm.

    Wir bilden uns viel auf die Errungenschaften unseres Verstandes und der modernen Wissenschaft ein. Und unbestreitbar haben Wissenschaft und Vernunft unser Leben in vielen Bereichen sehr viel besser gemacht.

    Technische Errungenschaft erleichtern uns heute viele Dinge, die früher mühsam, zeitraubend oder sogar gar nicht möglich waren.

    Ich würde mich selbst sogar als ziemlich technikaffin bezeichnen und finde die aktuellen technischen Entwicklungen vor allem auch im Bereich der Informations- und Kommunikationstechnologie wirklich spannend.

    Das alles haben unser Verstand und unser rationales Denken möglich gemacht. Aber wir bezahlen einen hohen Preis für die "Alleinherschaft" des Verstandes.

    Genau diese Problematik hat bereits im Jahr 1988 ein Kongress in Hannover mit dem Namen "Geist und Natur" aufgegriffen.

    Geist und Natur

    Auf diesem Kongress trafen sich Vertreter der Wissenschaft (Physiker, Chemiker, Physiologen, Psychologen) und Vertretern christlicher und fernöstlicher Religionen (Buddhismus, Taoismus, Shintoismus) sowie Philosophen, um die Notwendigkeiten und Möglichkeiten einer ganzheitlichen Sicht auf die Welt zu diskutieren.

    Aus den verschiedenen dort gehaltenen Vorträgen und Podiumsdiskussionen ist ein Buch entstanden, das von Hans-Peter Dürr und Walther Ch. Zimmerli herausgegeben wurde und das ich in meiner Jugend geradezu verschlungen habe.

    Verändert hat sich durch den Kongress allerdings nicht viel an unserer Weltsicht.

    Über 30 Jahre später sehen wir den Verstand in unserer westlichen Gesellschaft noch immer als Hauptinstanz und als Entscheidungsgrundlage für unser Leben und unser Handeln als Gesellschaft.

    Und klar, der Verstand ist unbestreitbar ein wichtiges Werkzeug, wenn es darum geht, Probleme zu lösen. Darin ist er wirklich gut.

    Problematisch wird es aber, wenn wir anfangen (bzw. fortfahren), den Verstand als einzige Instanz in unserem Leben zu betrachten und die stille Stimme unseres Herzens - die intuitive Weisheit in uns - immer mehr ausblenden.

    Dann kommen wir aus dem Gleichgewicht, weil einfach der Gegenpol zu unserem rationalen Denken fehlt.

    Koyaanisqatsi - Leben aus dem Gleichgewicht

    Ein Film, der das schon in den 1980er-Jahren gesehen und aufgegriffen hat, ist der vom amerikanischen Regisseur Godfrey Reggio in Zusammenarbeit mit Francis Ford Coppola produzierte experimentelle Film Koyaanisqatsi.

    Koyaanisqatsi stammt aus der Sprache der Hopi-Indianer und bedeutet so viel wie "Leben aus dem Gleichgewicht".

    Koyaanisqatsi - Leben aus dem Gleichgewicht

    Der Film kommt völlig ohne Audiokommentare und Sprache aus (mit Ausnahme des Wortes Koyaanisqatsi selbst) und besteht im Wesentlichen aus einer Aneinanderreihung von Szenen aus unserer modernen Welt, die in Kontrast zu Szenen aus der Natur gesetzt werden, untermalt von einer von Philipp Glass komponierten düsteren Musik.

    Sehr bedrückend (und beeindruckend) werden die Hektik, Entfremdung und Zerstörung einer Welt gezeigt, in der der Mensch immer mehr aus dem Gleichgewicht gekommen zu sein scheint und sich immer weiter von der Natur entfernt hat.

    Natürlich muss man den Film vor dem Hintergrund der Zeit sehen, in der er entstanden ist. Und natürlich gibt es auch eine andere Seite - nicht alles, was Menschen machen, ist schlecht und es gibt viele positive Nachrichten, auch, wenn es um den Umgang der Menschen mit der Umwelt geht.

    Dennoch:

    Der Film zeigt, wohin eine rein rational und vom Verstand geprägte Sicht auf die Welt führt, wenn es nicht ein Gegengewicht in Form von Intuition, Innenschau und Herzensweisheit gibt - alles Kennzeichen vor allem (aber nicht nur) fernöstlicher Weisheitslehren, die nicht ohne Grund heute sehr populär bei uns sind.

    Und alles Dinge, die uns wieder mehr mit uns selbst und unserer eigenen Natur verbinden würden, wenn wir ihnen mehr Raum in unserem Leben geben würden.

    Finde deine Natur

    Auf einem der Slider auf der Startseite heißt es "Finde deine Natur." Dieser Slogan spielt genau darauf an. Er ist natürlich doppeldeutig gemeint: Zum einen geht es darum, die Natur wiederzuentdecken, sie zu finden und eine Beziehung zur Natur aufzubauen - und sie so zu einem wichtigen Teil des eigenen Lebens zu machen.

    Für den einen bedeutet das vielleicht, am Meer zu sein, den Strand entlangzuwandern und den Wellen zuzuhören. Für den anderen sind es vielleicht die Berge, zu denen er eine ganz besondere Beziehung hat, für mich ist es vor allem (aber nicht nur) der Wald.

    Es geht aber auch darum, die Natur vor der eigenen Haustür wiederzuentdecken - nicht jeder hat die Möglichkeit, seinen Urlaub am Meer oder in den Bergen zu verbringen.

    Es geht daher auch darum, den Wert der Natur im Kleinen wieder zu erkennen und die "ganz normale" Natur wertzuschätzen: Die Blumen am Wegrand, der Schmetterling, der am Fenster vorbeifliegt oder die Sonnenstrahlen, die durch die Blätter der Bäume fallen und ein Muster auf dem Boden bilden.

    Und auch darum, (s)einen Lieblingsplatz in der Natur zu finden - eben: "Finde deine Natur".

    Zum anderen geht es aber auch darum, ganz konkret seine eigene "innere" Natur zu finden. "Wer bin ich eigentlich wirklich?" - unabhängig von all den Gedanken, Sorgen, all dem Alltagsstress und dem Trubel um mich herum.

    Auf solche Fragen finden wir am ehesten eine Antwort in der Natur. Denn dort fallen all die Ablenkungen von uns ab, mit denen wir uns sonst umgeben oder von denen wir umgeben werden.

    "In der Ruhe der Natur findest du dich selbst, und in deiner Authentizität berührst du die Herzen anderer", lautet ein schönes Zitat, dessen Autor leider nicht bekannt ist.

    Aber genau darum geht es: In der Natur sich selbst zu finden, um so eine tiefe und glückliche Beziehung nicht nur zu sich selbst, sondern auch zu den Menschen um sich herum aufzubauen.

    Und ganz nebenbei finden wir auf diese Weise zu innerer Ruhe und Gelassenheit - denn Stress und Hektik haben einfach keinen Platz im Leben, wenn man in sich ruhend ganz in seiner inneren Mitte ist.

    Denn Stress und Hektik entstehen vor allem aus unseren Gedanken und den Sorgen, die wir uns tagtäglich über alle möglichen Dinge machen. Wenn wir dagegen in der Natur unsere eigene Natur finden, sind wir ganz im Jetzt. Dann sind wir im Flow, "es läuft rund" und wir folgen dem natürlichen Fluss des Lebens.

    Und das ist es, worum es bei Flowfeather geht: Flow im Leben zu finden durch Verbundenheit mit der (eigenen) Natur.

    Was uns am meisten fehlt

    Damit der Verstand Probleme lösen kann, untergliedert und zerteilt er das, mit dem er sich befasst, um anschließend die Einzelteile zu analysieren und eine Lösung zu finden.

    Er unterscheidet zwischen sich und dem, was er untersucht und trennt zusätzlich auch das, was er untersucht, immer weiter in seine Einzelteile auf.

    Das funktioniert auch sehr gut, zerstört aber etwas Wesentliches, nämlich das Gefühl von Verbundenheit.

    "[...] derjenige, der etwas zerbricht, um herauszufinden, was es ist, hat den Pfad der Weisheit verlassen", lässt J.R.R. Tolkien den Zauberer Gandalf in seinem "Herr der Ringe" sagen.

    Ich glaube, dass es genau dieses Gefühl von Verbundenheit ist, das uns heute am meisten fehlt. Und ich glaube, dass die Entfremdung von der Natur einen wesentlichen Anteil daran hat.

    Denn: Wir sind nicht nur ein Teil der Natur, wir sind Natur. Wenn wir uns von der Natur entfernen, entfernen wir uns immer auch von uns selbst und unserer eigenen Natur.

    So verlieren wir die Verbundenheit zu uns selbst, zu anderen und zum Leben als Ganzem. Und das hat Konsequenzen - in Form all der Probleme, die ich oben geschildert hatte.

    Wenn ich die Verbundenheit zum Leben verlieren, bin ich nicht mehr in meiner Mitte. Dann bin ich "aus dem Gleichgewicht", wie es der Film Koyaanisqatsi ausdrückt.

    Ich bin dann in einem permanenten Stresszustand und strahle das auch nach außen aus.

    Und wenn das auf eine ganze Gesellschaft oder eine ganze Zivilisation zutrifft, dann hat das auch globale Auswirkungen - wie wir sie überall und jeden Tag sehen können.

    Einschub: Wie der Verstand die Macht übernahm

    Bereits in frühen Kulturen findet man den Gedanken der Trennung von Leib und Seele. Bei den Griechen war es die Seele, die dem Körper das Leben einhauchte.

    Der französische Philosoph René Descartes sah die Seele allerdings nicht als Lebensspender, sondern als den Träger des Denkens und des Mentalen, also des Verstandes, wodurch der Verstand plötzlich eine ganz neue Position bekam.*

    Und da nur der Mensch zu höheren Verstandesleistungen fähig ist, besaß für Descartes auch nur der Mensch eine Seele.

    Pflanzen und auch Tiere waren für ihn "göttliche Automaten".

    Schmerzensschreie von Tieren waren nach Descartes nichts anderes als automatisiert ablaufende Reaktionen auf äußere Reize - ähnlich wie eine Autohupe in heutiger Zeit, die ertönt, wenn man darauf drückt, was aber nicht bedeutet, dass das Auto Schmerzen hat.

    Descartes und seine Sichtweise auf den Mensch und die Natur hat unsere westliche Kultur tief geprägt und zieht sich bis heute durch viele Bereiche unseres Denkens und Handelns.

     

    *Viel besser und auch wesentlich ausführlicher beschreibt die Philosophin Anne Sophie Meincke von der Universität Wien die philosophischen Hintergründe unserer heutigen Sicht auf die Natur. Ihren Artikel dazu findest du hier (die Seite enthält leider viele Werbebanner und möchte die Erlaubnis zum Senden von Benachrichtigungen die du aber mit einem Klick verweigern kannst).

    Descartes Sichtweise auf die Natur, die unser westliches Denken so tief geprägt hat, ist ein wesentlicher Grund dafür, dass wir die Verbundenheit mit der Natur immer weiter verloren haben.

    Die Natur galt (und gilt) in vielen Kulturen als Quelle von Weisheit und wurde und wird tief verehrt. Spätestens mit Descartes verliert die Natur diese Stellung und wird zu einer bloßen Ansammlung seelenloser Materie, die man nach Belieben nutzen kann.

    Unsere heutige Einstellung zur Natur und die oft fehlende Verbundenheit mit der Natur sind in meinen Augen ein Ausdruck dieser von Descartes im 17. Jahrhundert entwickelten Sichtweise.

    Und auch das "Macht euch die Erde untertan" der christlichen Religion hat seinen Teil dazu beigetragen, dass wir die Verbindung zur Natur mehr und mehr verloren haben.

    Bonifatius und die Donar-Eiche

    Ausdruck einer solchen Sicht auf die Natur ist eine Begebenheit, die sich im Jahr 723 n. Chr. ereignet hat:

    Der Heilige Bonifatius ist im Begriff die heilige Donar-Eiche der Germanen zu fällen

    Der Heilige Bonifatius ließ in diesem Jahr unter Soldatenschutz und vermutlich unter heftigen Protesten der anwesenden Germanen die Donar-Eiche fällen, eine dem Gott Donar gewidmete, wahrscheinlich sehr alte und mächtige Eiche, die eines der wichtigsten Heiligtümer der Germanen darstellte - um zu zeigen, dass der christliche Gott mächtiger sei als der germanische Gott Donar.

    Für die Germanen waren Bäume heilig. In ihrer Kultur war es ein Baum, der die Achse der Welt bildet (der Weltenbaum Yggdrasil).

    Irgendwie erinnert mich diese Geschichte immer an den Angriff auf den Heimatbaum im Film Avatar, einem meiner Lieblingsfilme.

    Und sie zeigt eine Entfremdung von der Natur, die sich bereits seit dem frühen Mittelalter immer weiter durch das Denken des Abendlandes gezogen hat und die dazu geführt hat, dass wir uns heute immer mehr von unserer eigenen Natur entfremdet haben.

    Denn die ist ja untrennbar mit der Natur um uns herum verbunden. Wir sind eben nicht nur ein Teil der Natur, wir sind Natur.

    Und deshalb glaube ich auch, dass genau hier die Lösung vieler unserer heutigen Probleme liegt - der globalen wie auch vieler unserer individuellen Probleme.

    Wenn wir wieder mehr Verbundenheit zur Natur aufbauen, verbinden wir uns auch wieder mehr mit unserer eigenen Natur und unserem eigenen Inneren.

    So schaffen wir das notwendige Gegengewicht zur Überbetonung des Verstandes und kommen wieder (mehr) ins Gleichgewicht.

    Flowfeather Feather, single

    "Ich ging nur für einen kurzen Spaziergang hinaus und beschloss schließlich, bis zum Sonnenuntergang zu bleiben, denn ich stellte fest, dass das Nach-draußen-Gehen eigentlich ein Nach-innen-Gehen war."

    John Muir

    In der Wissenschaft spricht man auch von der Biophilie-Hypothese und meint damit, dass wir rein aus unserer Evolution heraus schon eng mit der Natur verbunden sind.

    Und genau das spüren wir, wenn wir in der Natur sind.

    Deshalb fühlen wir uns in der Natur so gut und deshalb sind wir in der Natur automatisch mehr bei uns und weniger in unserem Verstandesdenken gefangen.

    Und deshalb ist die Rückverbindung mit der Natur ein wichtiger Schritt - hin zu vielen tiefgreifenden Veränderungen, die möglich werden, wenn wir eine tiefe und starke Verbindung zur Natur aufbauen.

    "Making Friends with Nature"

    Das alles mag sich ja erstmal gut anhören. Aber vielleicht fragst du dich, was du ganz konkret davon hast, wenn du der Natur mehr Raum in deinem Leben gibst und wieder mehr Verbundenheit mit der Natur aufbaust?

    Was genau wird anders, wenn wir mehr in der Natur sehen als eine Ressource, die wir für uns nutzen können?

    Warum lohnt es sich, sich mit dem Gedanken auseinanderzusetzen, die Natur zu seinem Freund (oder zu seiner Freundin) zu machen?

    "Making friends with nature", wie Serge Kahili King es oft formuliert.

    Es lohnt sich aus vielen Gründen. Hier einmal ein paar davon:

    • Du kannst Entspannung in der Natur finden
      Dass wir Entspannung in der Natur finden können, klingt banal, ist aber ein wichtiger Schritt, um dem Druck unserer modernen (Arbeits-)welt etwas entgegenzusetzen. Regelmäßig raus in die Natur zu gehen, tut Körper, Geist und Seele gut und kann wie ein kleiner Kurzurlaub wirken.
    • Du kannst deinen Stresslevel senken
      In einer Reihe von Studien konnte gezeigt werden, dass sich die Konzentration von Stresshormonen im Blut durch den Aufenthalt in der Natur verringerte. So können wir aus der täglichen Stressspirale aussteigen und wieder zur Ruhe kommen.
    • Du kannst gelassener mit Alltagsproblemen umgehen
      In der Natur können wir wieder zur Ruhe kommen und neue Kraft schöpfen, so dass wir im Alltag gelassener bleiben können.
    • Du kannst dich besser konzentrieren und Aufgaben fokussierter erledigen
      Verschiedene Studien konnten zeigen, dass sich bei den Versuchsteilnehmern kognitive Fähigkeiten verbesserten, so dass sie konzentrierter und effektiver Aufgaben lösen konnten.
    • Deine Gesundheit kann sich verbessern
      Viele Studien bestätigen auch die positiven Wirkungen des Aufenthaltes in der Natur auf unsere Gesundheit (einige Studien habe ich dir hier verlinkt).
    • Deine Laune kann sich verbessern
      Wer sich mit der Natur verbunden fühlt, kann sich jeden Tag über kleine Alltags-Erlebnisse freuen. Der Kolkrabe, den man in den Bäumen rufen hört, das Sonnenlicht, das durch die Blätter eines Baumes im Park scheint oder ein Eichhörnchen, das man eine Zeit lang beobachtet - solche Dinge können dazu beitragen, mehr Lebensfreude zu entwickeln und gutgelaunt durch den Tag zu gehen, wenn man sich mit der Natur verbunden fühlt.
    • Verbundenheit mit der Natur kann dein Selbstwertgefühl stärken
      Wer sich mit der Natur verbunden und von der Natur geliebt fühlt, ist nicht so sehr auf die Anerkennung von anderen angewiesen. Er weiß, dass er geliebt wird - von den Bäumen, den Bergen, den Tieren und der gesamten Natur.
    • Du kannst dich wieder mit deiner Intuition verbinden
      Wer sich mit der Natur verbunden fühlt, kann die Erfahrung machen, dass er dadurch auch mit seiner eigenen Natur tiefer verbunden ist. So haben wir einen besseren Zugang zu der intuitiven Intelligenz unseres Herzens.
    • Du kannst in der Natur einen wirklichen Freund finden, der dich bei vielen Problemen unterstützen kann
      Ich habe schon oft die Natur um Rat gefragt, wenn ich mit einer Sache nicht weitergekommen bin. Und jedes Mal hatte ich schon nach kurzer Zeit eine neue Idee, eine Inspiration oder einen Gedanken, der mich weitergebracht hat. Das ist mir mittlerweile so oft passiert, dass ich davon überzeugt bin, dass es die Spirits der Natur - die beseelte Seite der Natur jenseits des Materiellen - waren, die mich unterstützt haben.
    • Die Verbundenheit mit der Natur kann dich hoffnungsvoll stimmen
      Viele Menschen, die einen Zugang zur Natur haben, machen sich große Sorgen um die Natur und die Erde als Ganzes. Zu erkennen, dass die Natur beseelt ist und eigene Mittel und Wege hat, sich zu schützen und auf sich verändernde Bedingungen zu reagieren, kann sehr viel Trost spenden und Hoffnung geben.

    Eine ganzheitliche Sicht auf die Welt

    Gerade auch die letzten Punkte in meiner Aufzählung oben sind für uns westlich geprägte Menschen teilweise schwer nachzuvollziehen. Andere Kulturen haben da oft einen ganz anderen Blick auf die Welt und das Leben.

    Ein Blick, von dem wir sehr viel lernen können.

    Es macht allerdings in meinen Augen auch keinen Sinn, die Ansichten anderer - meist ursprünglicher - Kulturen einfach zu kopieren und blind zu übernehmen (was auch eine Form der kulturellen Aneignung wäre).

    Was wir in unserer heutigen Zeit aber dringend brauchen, ist eine moderne Form von Spiritualität, die sich von diesen anderen Sichtweisen auf die Welt und das Leben inspirieren lässt, ohne gleichzeitig unser rationales Denken komplett auszublenden.

    Eben ein Gleichgewicht zwischen Kopf und Herz, zwischen Geist und Natur, um mit dem Titel des erwähnten Kongresses zu sprechen.

    Dass das kein Widerspruch sein muss, zeigt die moderne Physik. Die lässt nämlich nicht nur Raum für eine Sichtweise jenseits des rein Materiellen, sie betont sogar geradezu die Rolle des Bewusstseins bei der Entstehung von dem, was wir unsere Realität nennen.

    Und kommt damit vielen überlieferten Weisheiten der verschiedensten Kulturen sehr nahe. Denn ein solches Bewusstsein ist nichts anderes, als das, was man Spirit, Geist oder Seele von etwas nennen könnte.

    Shinkansen - Der schnellste Zug der Welt

    Der japanische Shintoismus, eine der beiden heutigen Hauptreligionen Japans, sieht zum Beispiel ähnlich wie die hawaiianische Huna-Philosophie alles auf dieser Welt als beseelt an - auch Dinge, die von Menschen geschaffen wurden.

    In einem Fernsehbeitrag habe ich einmal gesehen, wie die beiden Chefingenieure des berühmten japanischen Hochgeschwindigkeitszugs "Shinkansen" - immerhin der schnellste Zug der Welt - vor einer Testfahrt an einem eigens dafür im Zug eingerichteten kleinen Altar ein Gebet an den Geist des Zuges gerichtet haben.

    Vielleicht sind die japanischen Ingenieure nicht "von gestern", vielleicht sind sie einfach nur ihrer Zeit voraus. Oder besser: unserer Zeit voraus, denn in Japan ist ein solcher Zugang zur Technik alltäglich und normal.

    Nun muss man nicht unbedingt gleich einen Altar aufbauen, um damit seinen Fernseher oder seinen Computer gütig zu stimmen 😉.

    Aber:

    Ein spirituelles Weltbild, in dem nicht nur Menschen, Tiere und Pflanzen, sondern die gesamte Schöpfung, inklusive der Berge, Flüsse, Wolken und des Windes, Ausdruck eines intelligenten, kommunikativen Bewusstseins ist, würde mit Sicherheit zur Lösung vieler unserer heutigen Probleme beitragen.

    Und:

    Ein solches Weltbild steht nicht im Widerspruch zu dem, was die (moderne) Wissenschaft über die Welt zu sagen hat.

    Bewusstsein ist mehr als eine Funktion des Gehirns

    In unserer westlichen Welt setzen wir Bewusstsein häufig mit Verstand oder Intelligenz gleich. Wir sprechen zum Beispiel Tieren umso mehr Bewusstsein zu, je höher ihre kognitiven Fähigkeiten entwickelt sind.

    In meinem Augen ist Bewusstsein jedoch eher das, was man als Schöpfergeist bezeichnen könnte -und der spiegelt sich eben in allem wieder, was "geschöpft" wurde.

    Also in der gesamten Natur.

    Eine Erkenntnis, die schon seit Tausenden von Jahren fester Bestandteil des überlieferten Wissens indigener Kulturen ist und die die Grundlage dafür ist, dass eigentlich alle indigenen Kulturen die Erde und die gesamte Schöpfung als heilig betrachten und sich eng mit ihr verbunden fühlen.

    Und auch eine Erkenntnis, die immer mehr in den Blickpunkt der modernen Wissenschaft - vor allem der modernen Physik - rückt.

    Der Physiker Federico Faggin, Erfinder des Touchscreens und Mit-Erfinder des Mikroprozessors, hat nach einer Art Erweckungserlebnis sogar beschlossen, sein komplettes Leben der Erforschung der Verbindung zwischen moderner Physik und Spiritualität zu widmen. Hier findest du dazu ein sehr interessantes Interview mit ihm (englischsprachig).

    Er kommt in seiner Arbeit zu dem Schluss, dass das Bewusstsein unabhängig vom Gehirn und der Materie existiert. Das Bewusstsein ist nicht ein Produkt des Gehirns und des Denkens. Vielmehr ist die gesamte materielle Welt inkl. des Gehirns eine Manifestation des Bewusstseins.

    Zum gleichen Schluss kommt auch der niederländische Kardiologe und Sterbeforscher Pim van Lommel, der sich als Mediziner intensiv mit der Rolle des Bewusstseins befasst hat und eine Reihe von Studien mit Menschen durchgeführt hat, die Nahtoderfahrungen gemacht haben.

    Vielleicht sollten wir endlich anfangen, unsere einseitig geprägte materielle Sicht auf die Welt zu überdenken, hin zu einer modernen und ganzheitlichen Sicht, die die Natur und die materielle Welt als Ausdruck eines allumfassenden Bewusstseins betrachtet.

    Verbundenheit mit Natur entwickeln, aber wie?

    Bleibt die Frage, wie finde ich zu mehr Verbundenheit mit der Natur und damit zu einer ganzheitlichen und gleichzeitig modernen Sicht auf die Welt?

    Ich glaube, dass es grundsätzlich zwei Wege gibt, um wieder mehr Verbundenheit zur Natur aufzubauen und sein Leben so zu bereichern.

    "The Great Outdoors"

    Der einfachste: Sich in einer großartigen Naturlandschaft aufhalten.

    Denn dann spüren wir ganz unmittelbar die Kraft und die Energie der Natur. Und fühlen und ganz automatisch mit der Natur um uns herum verbunden.

    Eine ruhige Landschaft mit einem Fluss, der sich durch einen grünen Wald schlängelt, mit Bergen im Hintergrund unter einem bewölkten Himmel.

    Wir erleben ein Gefühl von Ehrfurcht (Awe-Feeling), das Studien zufolge sogar einen positiven Einfluss auf unsere körperliche und mentale Gesundheit haben kann.

    Es ist, als ob die Natur selbst dafür sorgen würde, dass wir uns mit ihr verbunden fühlen.

    Für mich sind die Nationalparks der USA und Kanadas, die Landschaften Islands und Grönlands mit ihren Wasserfällen und Vulkanlandschaften oder die Fjorde Norwegens und Neuseelands Beispiele für solch beeindruckenden Landschaften.

    Einige davon durfte ich besuchen, andere kenne ich nur von Bildern.

    Aber manchmal reicht es auch schon aus, wenn ich mir einfach nur die Bilder von solchen Landschaften anschaue, um die Energie dahinter zu spüren.

    Das ist auch der Grund dafür, dass es hier bei Flowfeather viele solcher Bilder gibt.

    Denn auch dadurch kann man seine Verbundenheit mit der Natur ein Stück weit stärken, auch wenn das natürlich kein Ersatz dafür sein kann, sich wirklich in der Natur aufzuhalten.

    In Deutschland haben wir leider kaum (noch) solchermaßen beeindruckende Landschaften. Der Eibsee, Teile des Isarlaufs, Bayerischer Wald, Kellerwald und Reinhardswald (noch, da auch hier ein Windpark entstehen soll) oder einige Bereiche der Ostseeküste kommen dem vielleicht noch am nächsten.

    Offen für die Good Vibes

    Aber es gibt eine zweite Möglichkeit, mehr Verbundenheit mit Natur aufzubauen, die wir auch in unserer Kulturlandschaft nutzen können, um uns mit der Natur verbunden zu fühlen.

    Eine Möglichkeit, die von uns selbst ausgeht.

    Morgentau glitzert auf grünem Gras.

    Wenn wir nämlich innerlich offen für die Good Vibes der Natur werden, dann können wir uns auch dann mit der Natur sehr verbunden fühlen, wenn wir sie "nur" im kleinen Maßstab erleben.

    Ein wichtiger Schritt dabei: Die Natur bewusst erleben und wahrnehmen - ein Ansatz aus der Achtsamkeitslehre (engl. Mindfulness), der es uns ermöglicht, der Natur unvoreingenommen und ohne beurteilende Gedanken zu begegnen.

    Dann kann schon das Sonnenlicht, das sich in einem Tautropfen spiegelt, ein Welle der Kraft und Energie in uns freisetzen.

    Genauso ging es mir damals ja bei meinem Erlebnis mit dem Fahrrad.

    Ich war ja schon etliche Kilometer gefahren, als ich an diese Stelle kam. Das beständige Treten mit den Pedalen kann eine sehr meditative Tätigkeit sein und hatte bei mir damals wohl dazu beigetragen, dass ich innerlich offen für das Erlebnis war.

    Dafür muss man sich aber nicht unbedingt aufs Fahrrad setzen 😀.

    Es gibt eine Vielzahl von Techniken, Achtsamkeits-Übungen und Selbstcoaching-Tools, die du nutzen kannst, um diese innere Offenheit zu schaffen.

    Einige davon findest du zum Beispiel in meinen Bear Power Übungen - einfache und kurze Mikro-Übungen, mit denen du aus Stressgefühlen aussteigen und wieder in den Flow kommen kannst.

    So kannst du deine Verbundenheit mit der Natur stärken, dem alltäglichen Stress unserer modernen Zeit etwas entgegensetzen und Entspannung in der Natur finden.

    Und zwar auch dann, wenn du nicht die Möglichkeit hast, an einem einsamen Bergsee zu stehen, sondern vielleicht "nur" die Natur im Stadtpark um die Ecke zur Verfügung hast.

    Übrigens:

    Eine wundervolle Möglichkeit, auch hier bei uns seine Verbindung zur Natur zu vertiefen und Entspannung in der Natur zu finden, bietet das Waldbaden (Shinrin-yoku), über das ich ja schon an der einen oder anderen Stelle geschrieben habe.

    Probiere das doch einfach mal aus!

    Du willst mehr darüber erfahren, warum die Natur uns so gut tut? Dann weiter zur Seite "Natur tut gut!".